Durch hohe Moral und Durchhaltevermögen bis zum Abpfiff ertrotzten unsere Jungs einen Punkt und ließen so den Kontakt zur Tabellenspitze nicht abreißen.Es war einer der Tage, an deren Ende man das Gefühl hat, es war alles rund. So empfing uns bei sonnigen 16°C im Sportpark Martinroda ein selbstbewusster Gegner mit ausgeprägtem Fantroß, der die ca. 80köpfige Kulisse doch deutlich prägte. Die zu Saisonbeginn durch Rückläufer von Carl Zeiß Jena und der seinerzeit noch nicht aufgestiegenen BSG Wismut Aue verstärkte, ausschließlich mit 2004er Kadern besetzte Truppe aus Ostthüringen lag vom Papier her unstrittig in der Favoritenrolle und so galt es, bei unserem Heimspieldebüt in dieser Saison, von Anfang an alles in die Waagschale zu werfen.

Es war auch in weiterer Hinsicht ein Debüt, konnten unsere Jungs doch erstmal in dem neuen, durch die Arnstädter Verzahnungstechnik GmbH zur Verfügung gestellten Trikotsatz auflaufen. Herzlichen Dank dafür, die Jungs haben sich sichtlich wohl darin gefühlt.

Den körperlich mehr als deutlich überlegenen Gäste mussten wir spielerisch, taktisch und diszipliniert entgegentreten. Insofern bauten wir auf eine kompakte Formation, stellten einen hohen Laufaufwand in die Kalkulation ein, die Jungs sollten dicht stehen und das erwartete Anstürmen der Geraer abprallen lassen. So defensiv eingestellt starteten

Robert – Marius, Julian, Eric, Levi – Dan, Lennox, Zinedin, Philipp, Ryan – Mohammad

und Leon, Jan und Elias wurden in Reserve gehalten.

Aus dem Anstoß arbeiteten Mohammad und Ryan einen Blitzangriff heraus, der auf alle Fälle ein Tor verdient hätte. Danach übernahm aber wie vorausgesehen der JFC mehr und mehr die Regie auf dem Platz und drückte über die gesamte Spielfeldtiefe auf unser Tor. Robert pfückte in der 2. Min eine Flanke, gab sie aber etwas überhastet ins Spiel zurück. Die Abgeklärtheit und die Routine fehlt unseren Jungs halt leider noch, die fast 2 Jahre Altersunterschied zu den Gästen bekam aber auch der Schiedrichter zu spüren, da aus Geraer Reihen deutlich mehr verbaler Widerstand gegen seine Entscheidungen kam, als aus unseren. Unsere Jungs aber hielten sich bestens an die Ansagen des Briefings und so konnte eine gewisse Kontrolle der Geraer Angriffe erreicht werden. Eine Ecke für Gera in der 3. Min nahm Robert vor Erreichen eines Angreifers aus dem Flug und Marius klärte in der 6. Min einen aussichtsreichen Geraer Vorstoß ins Toraus. Die Ecke daraus (7. Min) konnte Robert noch per Faustabwehr klären, den zweiten Ball bekam die Abwehr hier aber nicht unter Kontrolle und so schlug dieser, von Gera’s Nr. 14 noch aus dem 16er abgezogen, gnadenlos ein. Die Jungs stecken hier aber nicht auf und bissen sich in den jeweiligen Positionen fest. Ryan hatte so in der 11. Min eine solide Chance, als ein Querschläger in der Geraer Hintermannschaft von ihm erreicht wurde. Die Ecke daraus (von Lennox rechts ausgeführt) wurde von Gera’s Torfrau aber überragend pariert. Das Hin- und Herwogen der Angriffe/Abwehrhandlungen band auch in den nachfolgenden Minuten die beiderseitigen Kapazitäten – jedoch ohne dass das Spiel irgendwie langweilig oder eintönig zu werden drohte. Als Gera’s 10er aber in der 19. Min einen Diagonalball seiner Hintermannschaft antizipierend auf den herauslaufenden Robert allein zustürmte und im Flug den Ball per Kopf verlängerte gab es wieder genug Spekulationsraum – was wäre passiert, wenn er auf der Grundlinie geblieben wäre. Egal, die Jungs haben unbeeindruckt weitergemacht und das spricht für die Moral der Truppe. Bereits in der 21. Min erarbeitete sich Ryan eine solide Ausgangsposition wurde aber im Abschluss zurückgepfiffen – Abseits. Als Robert in der 24. min einen Fernschuss hält, baut sich schon wieder Ruhe in der Hintermannschaft auf. Das steigert sich noch, als die Gäste in der 30. Min einen Freistoß deutlich über das Tor lenken und Robert in der 34. Min uns durch Parade eines Straffschusses aus der zweiten Reihe im Spiel hält.

Insofern war die Halbzeitansprache eher von Motivation den von Kritik geprägt. Die Jungs waren noch da und so galt es, die positiven Tendenzen der Schlussphase der ersten Hälfte mit in die zweite Halbzeit zu nehmen. Diese begann mit Jan für Marius, aber in der so leicht umgebauten Abwehr sah sich Robert in der 37. Min mutterseelenallein der Geraer 19 gegenüber. Souverän geblieben, aber solche Situationen bergen auch immer eine latente „Kartengefahr“. Aber auch wir gelangten noch vor den Kasten der Gäste, so z. B. Zinedin in der 42. Min, als er aus ca. 20m halbrechts einfach mal draufhält. Den besten Spielzug unserer Jungs sahen wir in der 43. Min, als nach Ballerorberung unser Konter einen Diagonalpass von Zinedin auf Lennox brachte, der gut freistand- Schade, dass er vor’m Seitenaus nicht mehr rankam, da hätte ein super Sturmlauf draus werden können. Dan führte in der 49. Min einen Foulfreistoß halbrechts für uns aus – der aber leider völlig ins Blaue ging. In dieser Phase wurde es ruppiger – 3 x Gelb für Gera (50., 62., 66. Min) und in der 67. Min traf es uns auch, Julian bekam seinen ersten Buntkarton zu sehen. Robert klärt in der 53. Min und gibt sofort lang auf Zinedin, den Gegenstoß der Geraer über links wiederum fängt Eric in der 54. Min ab, so dass spätestens jetzt Egalität der Spielanteile vorliegt. Der Freistoß für Gera in der 56. Min stellte Robert vor keine überdurchschnittliche Herausforderung und der schnelle ausgeführte Abschlag konnte schlussendlich von Mohammad bis an den 5-m-Raum getragen werden. Parallel waren Dan und Lennox mit vorgestoßen – auch hier gab’s wieder Raum für Spekulationen zu alternativen Spielverläufen, wenn abgegeben worden wäre. Spektakulär waren aber die Ausgleichstore von Dan – 65. Min aus vollem Lauf halblinks aus dem Halbfeld kommend und 68. Min aus spitzem Winkel links Richtung Grundlinie laufend. Der so begründete Torjubel ließ fast die super Chance von Ryan in der 69. Min nach Starker Ekce von Lennox links untergehen.

Jubel pur. Eben ein regelrecht ertrotzter Punkt in einem erkämpften Unentschieden, das sich schlussendlich wie ein Sieg anfühlt. Wenn dem noch beste Fußballunterhaltung zum Sonntagmorgen zugrundeliegt, dann hat man eben das eingangs beschrieben Gefühl, dass alles passt. Und so war nach dem Spiel auch wieder vor dem Spiel – nämlich der Vorfreude auf ausärts bei der SG Helba am kommenden Sonntag.

TG

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