SV Motor Altenburg – SV Germania Ilmenau  1 : 2 (1:1)

Am neunten Spieltag kam es zum Spitzenspiel von zwei bis dahin noch ungeschlagenen Mannschaften in dieser Saison. Motor Altenburg aus der Verbandsliga abgestiegen, ließ bisher keinen Zweifel aufkommen, dass man wieder ins Thüringer Oberhaus zurückkehren will. Ilmenau hatte sich in den letzten Spieltagen vor allem durch gutes Defensivverhalten stabilisiert, was die Grundlage für die gute Tabellenposition ist. Auch war es das Aufeinandertreffen der beiden Goalgetter Heuschkel (Altenburg 14 Tore) und Fernando (Ilmenau 5 Tore), was der Ilmenauer an diesem Nachmittag für sich entschied. Er bereitete den Ausgleich vor und erzielte nach feiner Einzelleistung den Siegtreffer.

Ilmenau musste urlaubsbedingt auf Thurau verzichten, für ihn kam Matthias Wolfenstetter, der wegen Prüfungsarbeit in Ilmenau weilt, in die Mannschaft und der wieder genesene Amarell fing für Mba Kuitche an. Die taktische Aufstellung sah eine Ilmenauer Elf, die mit zwei Viererketten operierte und mit Finn als hängende Spitze und Fernando als einzige Spitze agierte.

Der Beginn der Partie war von beiderseitigem Respekt voreinander geprägt. So war erst mal die eigene Ballsicherung angesagt und Offensivaktionen fanden nicht statt. Erst nach 15 Minuten zog das Tempo an und es kam zu ersten Tormöglichkeiten. Ein Schuss des Altenburgers Schmidt ging übers Germaniator (19.). Nach einem missglückten Abwehrversuch von Müller in der Altenburger Hälfte lief Fernando allein auf Torwart Mühlmann zu. Sein Schuss aber ging knapp am Tor vorbei (21.) Gleiche Szene auf der Gegenseite. Ewald verlor den Ball in der eigenen Hälfte. Seidel passte genau auf Heuschkel, der allein auf Bradsch zusteuerte, aber auch sein Schuss knapp am Ilmenauer Tor vorbei (26.).

Zwei Minuten später aber nutzte Heuschkel einen Standard zur Altenburger Führung. Einen Freistoss 18 Meter vor dem Ilmenauer Tor in zentraler Position zirkelte er an der Mauer vorbei flach in die Torwartecke. Sehenswert! Der Gast unbeeindruckt ließ sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen und schon fünf Minuten später der Ausgleich. Schlott spielte Fernando im gegnerischen Strafraum an, der sich gegen zwei Gegenspieler durchsetzte und von der Grundlinie auf den mitgelaufenen Ma. Wolfenstetter zurückpasste, der mühelos einschob.  Die Gäste jetzt mit Chancenplus und Möglichkeiten zur Führung. Kumms Schuss ging übers Tor (40.) und der von Fernando freigespielte Ewald scheiterte nur knapp (45.). In Hälfte eins sah der objektive Zuschauer Ilmenau mit etwas mehr Ballbesitz und der besseren Spielanlage. Vor allem Schlott, Kumm und Ma. Wolfenstetter waren mit ihrer Laufarbeit sehr präsent.

Nach der Pause spielte Ilmenau weiter auf einen eigenen Torerfolg. Schlott traf in aussichtsreicher Position vor dem Tor den Ball nicht voll (50.). Nach Pass von Finn schüttelte Fernando seinen Gegenspieler ab, umspielte Torwart Mühlmann und behielt bei seinem Torschuss die Ruhe. Sein Schuss ging zwischen zwei Gegenspieler ins Tor zur Ilmenauer Führung (59.) Dieser Treffer beflügelte aber den Gastgeber, der jetzt auf den schnellen Ausgleich drängte. Das vehemente Anrennen auf das Ilmenauer Tor zeigte auch seine Wirkung. Teilweise ging die Ordnung verloren, so in der 64. Minute, als ein weiter Diagonalpass von Seidel an mehreren Ilmenauern vorbeiging und den am langen Pfosten lauernden Heuschkel erreichte, der mit seinem Schuss aber am Außenpfosten scheiterte. Bei einer Reihe von Eckbällen und Freistößen wirkte die Gästeabwehr nicht immer souverän, aber mit Einsatzwillen gelang es immer wieder den Vorsprung zu verteidigen. Glück hatte man in der 66. Minute. Nach Flanke von Ast köpfte Heuschkel am langen Pfosten gegen die Laufrichtung von Bradsch den Ball an den Innenpfosten, wo er nicht ins Tor sprang, sondern auf der Torlinie entlang rollte. In dieser Phase war Ilmenau gezwungen, den stark spielenden und stark Gelb-Rot gefährdeten Kumm vom Platz zu nehmen. In der Schlussphase konnte sich Ilmenau vom Druck Altenburgs wieder freispielen und hatte Chancen auf weitere Treffer. So zögerte Fernando mit seinem Torschuss völlig allein vor dem Altenburger Schlussmann und vergab so die endgültige Entscheidung (83.).

Einen negativen Höhepunkt war der Platzverweis für den Altenburger Schmidt. Mit gestrecktem Bein traf er den eingewechselten Reimann am Oberschenkel und der gut amtierende Schiedsrichter Möbius schickte ihn vorzeitig zum duschen (85.).

Mit dieser Leistung bewies Ilmenau, dass man mit der richtigen Einstellung und der konsequenten Umsetzung der taktischen Vorgaben sich im Spitzenfeld der Tabelle festsetzen kann.

Altenburg: Mühlmann, Müller, Ollert,Oelsner (74. Rolle), Heuschkel, Schmidt, Seidel, Ast, Schilbach (62. Korent), Syhre, Baur

Ilmenau: N. Bradsch, Schlott, Kumm (74. Mba Kuitche), Amarell (81. Reimann), Ma. Wolfenstetter, Finn, Th. Wolfenstetter, Mi. Wolfenstetter, Fernando, Kempf, Ewald (77. Werner)

Schiedsrichter: Möbius (Neustadt/Orla)

Zuschauer: 120

Tore: 1:0 (28.) Heuschkel, 1:1 (33.) Ma. Wolfenstetter, 1:2 (59.) Fernando

Fotos: I. Hildesheim

Uwe Frank

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Kategorien: Männer

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