SV 09 Arnstadt – Germania Ilmenau 3:3 (2:1)

Arnstadt – 370 Zuschauer – nicht zuletzt ein Plädoyer für Sonntagsspiele! – sahen ein mitreißendes Saisonauftakt-Derby in der Fußball-Landesklasse (Staffel 1) auf einem für diese Klasse sehr hohem Niveau. Die Arnstädter, die endlich mal einen Sieg über den Kreisrivalen einfahren wollten, präsentierten sich in guter Verfassung, schlugen ein hohes Tempo an und hatten Mitte der zweiten Halbzeit mit einem 3:1 eigentlich schon den Erfolg auch im Sack.„Aber da sieht man halt, was individuelle Stärken bei Ilmenau ausmachen – das ist dann nicht mehr zu verteidigen“, resümierte SV 09-Trainer Thomas Giehl und meinte damit die beiden sensationellen Tore von Thurau zum 3:2 und zum 3:3: Zunächst zog er von links nach innen an drei Gegenspielern vorbei und traf aus gut 20 Metern punktgenau in den rechten oberen Winkel (58.). Dem folgte später ein Traumpass von Finn in die Spitze, der Stützerbacher lief mit Ball den Gegnern davon und schob das Streitobjekt abermals maßgenau an Arnstadts Torwart Sünkel vorbei ins lange Eck (67.).

Dreimal Ruschke

Freilich waren solcherart individuellen Stärken beim Gast auch von individuellen Schwächen begleitet: Alle drei Gegentore fielen nach Arnstädter Standards und auf ziemlich dumme Weise: Beim 1:0 unterlief Torwart D. Bradsch einen Eckstoß von rechts und Ruschke stand am langen Pfosten blank (12.). Und auch bei den beiden anderen Treffern waren weder Ilmenaus Keeper noch seine Vorderleute in der Lage, in der „Handlungshöhe“ mit Arnstadts hoch aufgeschossenem Rechtsaußen irgendwie mitzuhalten. So verwertete dieser einen von der Latte abprallenden Freistoß zum 2:1 (39.) und später einen weiten Einwurf von Maulhardt zum 3:1 (52.).

Ilmenau hatte zwar zwischenzeitlich durch Schlotts satten 20-m-Schuss, nach einer Rückgabe von Fernando, ausgeglichen (31.). Aber die Schnelligkeitsnachteile in der Defensive waren in einigen Szenen unübersehbar, so entstand beispielsweise auch der Freistoß, der zum 2:1 führte. Und nach dem abermaligen Defensiv-Patzer vor dem dritten Gegentor hatte man zunächst nicht das Gefühl, die Gäste könnten jetzt nochmal zurückschlagen.

Aber mit deutlich mehr Ordnung im Spiel und nimmermüder Moral bauten sie neuen Zug zum Tor auf und plötzlich zeigte sich auch Arnstadts Abwehr keineswegs unverwundbar. Auch nach dem Ausgleich zog sich die Germania nicht zurück, sondern es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit beiderseitigen Chancen auf ein Siegtor. Arnstadt hatte zwar mehr davon (Voigt, Machts), aber Ilmenau die beste: Ein Kopfball von Schlott nach Eckstoß von rechts – aber die Parade von Arnstadts neuem Torwart Sünkel war ebenso sehenswert (80.).

Arnstadt 09: Sünkel – Eger, Räder, N. Koch, Skaba – John (73. Eberling), Scheuring – Ruschke, Hartung (75. Voigt), Machts – Maulhardt (64. L. Koch)

Ilmenau: D. Bradsch – Werner (73. Malsch), Mi. Wolfenstetter, Kempf, Th. Wolfenstetter (87. Ewald) – Schlott, Ma. Wolfenstetter – Elle (46. Döring), Finn, Thurau – Fernando

Schiedsrichter: Göpfert (Erfurt)

Zuschauer:  370

Tore: 1:0 Ruschke (12.), 1:1 Schlott (31.), 2:1, 3:1 Ruschke (39., 52.), 3:2, 3:3 Thurau (58., 67.)

 

Ralf Brückner

 

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