SV Germania Ilmenau  –  FC Thüringen Weida  2 : 5  (1:4)

Zum letzten Heimspiel der Saison empfing Ilmenau den Tabellenführer aus Weida. Das Hinspiel hatte man mit einer tadelsfreien Mannschaftsleistung in Weida 1:0 gewonnen. Auch im Hammergrund wollte man sich vor dem eigenen Publikum mit einer ordentlichen Leistung präsentieren und dem Gegner alles abverlangen. Das es letztlich nicht so kam, ist dem Agieren der drei Akteure (Heimmannschaft, Gastmannschaft und Schiedsrichter) auf dem Spielfeld geschuldet.

Im Tor setzten die Trainer nach den Ausfällen von D. Bradsch (Platzverweis in Bad Blankenburg) und N. Bradsch (langzeitverletzt) auf den A-Junioren Keeper Anton König. An ihm lag es aber letztlich nicht, dass sein Debüt im Männerfußball nicht mit einem positiven Ergebnis endete. Im Gegenteil, verhinderte er doch in Minute 24. gegen Gerold und 71. gegen Jagupov mit starken Paraden im 1 gegen 1 weitere Gegentore. Mit Schlott, Hörhold, Mi. Wolfenstetter und ThWolfenstetter begann die eingespielte Viererkette der vergangenen Wochen. Für den gelbgesperrten Linse rückte Kumm neben Ma. Wolfenstetter auf die Sechserposition. Thurau über die rechte Seite, Finn zentral, Amarell (rechts) und Fernando in der Spitze komplettierten die Startelf.

Die Partie begannen beide Mannschaften mit offensiven Aktionen vor den Toren. In Minute zwei setzte sich Weidas Böhme über links gegen mehrere Ilmenauer durch, seine Eingabe vors Tor ging aber an Freund und Feind vorbei. Auf der Gegenseite Anspiel auf Fernando, der aber in aussichtsreicher Position übers Tor schoss (3. Min.), zwei Minuten später erreichte Finns Flugball wiederum Fernando, der aber das Leder über das Tor hob.Hier wäre eine frühe Führung möglich gewesen. Stattdessen die Führung für den Gast. Einen Freistoß von der linken Seitenauslinie hob Berger vor das Ilmenauer Tor, keiner ging zum Ball, dieser sprang im Strafraum auf und ins Tor (11. Min). Keinen Vorwurf an den Ilmenauer Keeper, der auf der Linie verharrte, musste er doch mit einer Aktion eines Spielers rechnen. Weida danach präsenter und mit Möglichkeiten die Führung auszubauen, Kopfball Pohland (13. Min) übers Tor und die Eingangs geschilderte Szene als Gerold allein auf König zulief und scheiterte. Im Gegenzug die Ilmenauer über rechts. Thurau spurtete an seinem Gegenspieler vorbei auf die Grundlinie und bei seiner scharfen Eingabe vor das Weidaer Tor endete Diepolds Klärungsversuch im eigenen Tor (25. Min). Ilmenau,  jetzt mit Oberwasser, hatte nun mehr Spielanteile. Dies sollte aber nicht lange anhalten, denn in der 30. Minute hatte Schiedsrichter Lautensack seinen Auftritt. Gerold trippelte sich über links in den Ilmenauer Strafraum, beim Versuch Ma. Wolfenstetter auszuspielen, kann dieser den Ball entgegen Gerolds Laufrichtung sauber zur Ecke klären. Gerold kommt zu Fall und der Schieri pfeift Strafstoß.  Ein Witz. Weida nimmt das Geschenk dankend an und Szudra verwandelt zur erneuten Führung, Keeper König war hier noch mit den Fingerspitzen dran.

Ilmenau – nun verunsichert – fand nicht mehr zu geordneten Aktionen, Weida, jetzt wie eine Spitzenmannschaft, nutzte das eiskalt aus und bestrafte die Unordnung in der Ilmenauer Hintermannschaft mit einem Doppelschlag vor dem Pausenpfiff. Einen Pass von Kurz in die Nahtstelle der Viererkette erlief sich Szudra und mit Flachschuss ins lange Eck ließ er dem Ilmenauer Torwart keine Chance (43. Min). In der 44. Minute wurde die Ilmenauer Abwehr erneut mit einem flachen Anspiel auf Szudra düpiert, der vor dem Strafraum auf Jagupov quer legte und dieser hatte keine Mühe ins Tor einzuschieben. Eine gewisse Vorentscheidung.

In der Halbzeit zwei Wechsel auf Ilmenauer Seite. Werner rückte in die Innenverteidigung für den gelb-rot gefährdeten Hörhold und Elle kam für Kumm. Ilmenau zunächst mit mehr Schwung nach der Pause. Th. Wolfenstetter völlig frei vor dem Weidaer Keeper, der aber seinen Flachschuss mit toller Parade zur Ecke klären konnte (50. Min).  Weida, mit der sicheren Führung im Rücken, nun nicht mehr so drangvoll im Spiel nach vorn, aber stets gefährlich, wenn mit genauen PässenJagupov, Kurz und Pohland eingesetzt wurden. In der 65. Minute das 1:5 durch Pohland, der völlig unbedrängt im Strafraum mit Flachschuss vollenden konnte, ein sechster Treffer von Weida wurde wegen Abseitsstellung von Kurz nicht gegeben. Auf der Gegenseitescheiterte Fernando mit einem25 Meter-Schuss an Keeper Bräunlich. Bräunlich war es auch, der Fernando im Strafraum beim Klären des Balles mit dem Fuß, zu Fall brachte. Ähnliche Situation führte in Halbzeit 1 auf der Gegenseite zum Strafstoß. Diesmal blieb die Pfeife des Schiedsrichters stumm. Ergebniskosmetik gelang aber doch noch. Der eingewechselte Gietl wurde in der 87. Minute mustergültig von Fernando angespielt und mit präzisem Schuss von der Strafraumgrenze in den Torwinkel ließ er Bräunlich keine Chance.

Insgesamt ein verdienter Sieg des Tabellenführers, der mit Passgenauigkeit und mit Tempo die Ilmenauer Mannschaft zu beherrschen wusste. Ilmenau brachte zu wenig Ordnung in sein Spiel, auffallend das schwache Defensivverhalten an diesem Nachmittag. Der Schiedsrichter fand in diesem Spiel zu keiner einheitlichen Linie bei der Beurteilung des Spielgeschehens (Strafstoß u. gelbe Karten). Das führte zu missfälligen Äußerungen auf der Ilmenauer Bank, die zu einem Bankverweis für Co-Trainer André Schlott führten. Auffallend auch die mangelhafte Laufleistung des Schieris, man kann das Spielgeschehen nicht aus 30 Metern Entfernung beurteilen, nicht auf Landesklasseniveau.

Ilmenau: König; Schlott, Kumm (46. Elle), Hörhold (46. Werner), Amarell, Ma. Wolfenstetter, Thurau, Finn, Th. Wolfenstetter (63. Gietl), Mi. Wolfenstetter, Fernando

Weida:Bräunlich, Ulrich, Diepold, Berger (76.Görler), Böhme (20. Gerold, 46. Reichelt), Szudra, Jagupov, Schumann, Kurz, Pohland, Leutloff

Schiedsrichter: Lautensack (Röhmhild)

Zuschauer: 150

Tore: 0:1 (12.) Berger, 1:1 (25.) Diepold (ET), 1:2 (30.) Szudra(FE), 1:3 (43.) Szudra, 1:4 (44.) Jagupov, 1:5 (65.) Pohland, 2:5 (87.) Gietl

Uwe Frank

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Kategorien: Männer

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