Germania Ilmenau – Blau-Weiß 90 Stadtilm 5:0 (3:0)

Ilmenau – Eine derart einseitige Punktspiel-Partie zugunsten der Ilmenauer hat man schon lange nicht mehr im Hammergrund-Stadion erlebt! Auch nicht gegen die Stadtilmer – im Gegenteil: Im Vorjahr hatten die Blau-Weißen (die aber schon seit längerem in rot spielen) den Ilmenauern im Hinspiel beim 1:1 einen am Ende schmerzlichen Punktverlust zugefügt und auch das Rückspiel war mit einem 4:2 und vielen weiteren Stadtilmer Chancen gar nicht so eindeutig gewesen. Davon aber war diesmal nichts mehr zu spüren. „Ilmenau war klar besser und hat völlig verdient gewonnen“ – mehr sagen musste und konnte Gästetrainer Markus Lauth nach dem Abpfiff nicht. Zwar war die Besetzung am Ende doch deutlich besser ausgefallen als zunächst befürchtet. Aber mit dem (angekündigten) Fehlen von Abwehrchef Körner – bis zum Winter noch bei Ilmenau – und dem nach wie vor verletzt ausfallenden Schubert taten sich beim Gast Löcher auf, die nicht zu schließen waren. Vor allem in der Defensive nicht.

Das wurde schon in der Startphase deutlich: Nach einer Aktion von Finn durch die Mitte mit Pass auf Fernando irritierte dieser das Stadtilmer Abwehrzentrum dermaßen, dass der Ball von Treibers Fuß gen Tor rollte, das Gästetorwart Henneberg gerade verlassen hatte, um sich den Ball zuspielen zu lassen – Ilmenau führte 1:0 (9.). Kurz danach traf Fernando nach einem Freistoß von Finn den langen Pfosten und schließlich verwertete Ilmenaus Torjäger ein Zuspiel von Finn, indem er seinen Gegenspieler und auch noch Henneberg ausspielte: Nach 19 Minuten stand es 2:0 und die wenigen Ilmenauer Anhänger im kalten Hammergrund-Wind (ab Minute 53 kam auch noch Regen dazu) waren beruhigt: Eine Chancentod-Orgie würde ihnen diesmal erspart bleiben!

„Wir haben zwar nicht durchgängig das gespielt, was wir wollten. Aber das Ergebnis ist trotzdem eindeutig und kommt gerade recht zum Aufbau vor dem Auswärtsspiel in Stadtroda“, meinte Germania-Trainer Mike Eckardt. Er hatte angesichts des Fehlens von Hörhold und Schlott und der zu erwartenden Kräfteverteilung Hemming von Beginn an eine Chance gegeben und konnte es sich auch leisten, Spielmacher Finn früh rauszunehmen. Ilmenau dominierte auch weiter nach Belieben. Vor allem fiel auf, wie leicht der Gastgeber seine Bälle im Mittelfeld erobern konnte. Aber er übertrieb leider das Direktspiel oder, wie man neudeutsch sagt: Den One-Touch-Fußball. Da aber längst nicht jedes dieser Zuspiele exakt kam liefen auch viele Angriffe ins Leere. Ein Kopfball von Linse wurde zudem auf der Linie geklärt (26.), zuvor ein abermaliges Zusammenspiel von Finn und Fernando zur Ecke (25.). Aber dann funktionierte die Thurau-Fernando-Variante wieder (44.), als der Stützerbacher mal über seine „richtige“ rechte Seite kam, auf die er dann in der zweiten Halbzeit ganz wechselte.

Stadtilm brachte nach vorn so gut wie nichts zustande. Wie schon gegen Kahla war Weber als einzige Spitze zu sehr auf sich allein gestellt und generell hatte man den Eindruck, als ginge es dem Gast ohnehin nur darum, sich halbwegs ordentlich aus der Affäre zu ziehen. Ilmenaus Keeper N. Bradsch wurde mal zu einer energischeren Faustabwehr gezwungen, bevor er seinem Bruder Platz machte, und der hatte in der 86. Minute keine Mühe, den Ball aufzunehmen, da Weber zuvor auf dem nassen Rasen weggerutscht war – die erste und einzige Aktion der Gäste, die nach Torgefahr roch. Für Ilmenau dagegen trafen noch Linse per Kopf nach Eckstoß von Thurau (73.) und Thurau per Strafstoß nach Foul an ihm selbst zum Endstand.

Ilmenau: N. Bradsch (72. D. Bradsch)  – Amarell, Linse, Mi. Wolfenstetter, T. Wolfenstetter (65. Walch) – Kumm, Ma. Wolfenstetter – Hemming, Finn (56.Elle), Thurau – Fernando

Stadtilm: Henneberg – Graube, Treiber, J. Hoffmann, Böhm (62. K. Hoffmann) – Kuck – Soer-Rexin (73. C. Schiel), Oswald, Schröter – Weber, Fahrenberg

Gäbler (Erfurt) –  1:0 Treiber (9./Eigentor), 2:0, 3:0 Fernando (19., 44.), 4:0 Linse (73.), 5:0 Thurau (90./Foulstrafstoß)

Ralf Brückner

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