SV Germania Ilmenau  – SG VfR Bad Lobenstein 1:0 (0:0)

Nur durch einen Strafstoß, aber hochverdient gewinnt Germania Ilmenau sein Heimspiel in der Fußball-Landesklasse (Staffel 1).

Das Spektakulärste dieses arg verregneten Fußball-Nachmittags kam erst nach dem Abpfiff: Als nämlich die Ergebnisse der Konkurrenz bekannt wurden: Weida nur remis, Stadtroda und Saalfeld verloren – die Germania hatte die beiden beim Greiz-Spiel eingebüßten Punkte wieder rausgeholt.

Dagegen blieb in den 90 Minuten zuvor eigentlich nur eine Frage interessant: Würde der Gastgeber seine eindeutige optische und spielerische Überlegenheit irgendwann auch mal in Zählbares ummünzen können? 70 Minuten dauerte es, da setzte Verteidiger Philipp Hörhold zu einem langen Solo über rechts und in den Strafraum an. „Man muss auch mal das Tempo etwas variieren“, meinte er hinterher verschmitzt. Auf der Grundlinie im Strafraum geriet er mit Lobensteins sonst überragenden Innenverteidiger Wirth aneinander und stürzte, was der Referee mit Strafstoß ahndete. Da der reguläre Schütze Thurau wegen einer Zerrung pausierte trat Linse an und vollstreckte sehr präzise, obwohl der hünenhafte Gästetorwart in die richtige Ecke sprang. „Ich habe schon in den Testspielen einen Strafstoß geschossen und mich heute sicher gefühlt“, so der Kapitän, der auch diesmal wieder im defensiven Mittelfeld mit viel Übersicht und Präsenz auffiel.

Es sollte das einzige Tor dieser Partie bleiben, die sehr einseitig verlief: Ilmenau machte das Spiel – eine kurze Phase der Ausgeglichenheit nach dem Wiederanpfiff war bald überwunden –, kombinierte auch ansehnlich und zeigte nach Meinung seines Trainers Mike Eckardt „ein richtig gutes Spiel, vor allem in der ersten Halbzeit“. Die total defensiv eingestellten Gäste verhinderten jedoch fast immer, dass der letzte Pass ankam und so gab es gar nicht so viele Großchancen: Gleich beim ersten gelungenen Angriff war Gietl überrascht, dass der Gästetorwart eine Linkseingabe von Finn prallen ließ und setzte den Ball über die Latte (5.). Dann schoss Finn, der im Mittelfeld überragend die Fäden des Ilmenauer Spiels zog, selbst weit übers Tor, wieder nach einer nicht optimalen Parade des Keepers (18.). Nach Fernandos Ablage flog Finns nächster Abschluss dann schon deutlich knapper über die Latte (50.) und Fernandos Schuss aus der Drehung konnte der Torwart gerade noch aus der rechten Ecke ablenken (65.).

Bis auf die Abschlüsse machte die Germania eigentlich fast alles richtig. Viel wurde über außen gespielt, wobei der in die Startelf gerückte T. Wolfenstetter als linker Außenverteidiger eine überzeugende Vorstellung bot, während das Fehlen von Thurau auf der anderen Seite erwartungsgemäß nicht voll zu kompensieren war.

Bad Lobensteins Spiel dagegen war denkbar einfach: Lange Pässe nach vorn auf Top-Stürmer Mai, den eine klug agierende Germania-Abwehr aber fast immer ins Abseits laufen ließ – was dank zweier ausgezeichnet agierender Linienrichter auch stets funktionierte (Mais verärgerte Reaktion darüber ließ ahnen, dass er so was sonst nicht gewohnt ist …). So kam er nur einmal wirklich zum Abschluss, setzte aber den Ball links am Ilmenauer Tor vorbei (62.). Gefährlicher war da sein Abspiel auf Gergert (88.), der dadurch frei durch war – aber N. Bradsch pflückte ihm mit einer wirklichen Klasseparade den Ball vom Fuß. Es war die einzige Großtat im ganzen Spiel, zu der Ilmenaus Keeper gezwungen wurde.

Ilmenau: N. Bradsch – Schlott, Hörhold, Mi. Wolfenstetter, T. Wolfenstetter – Linse, Ma. Wolfenstetter – Amarell (75. Hemming), Finn (87.Werner), Gietl (61. Kumm) – Fernando

SG Bad Lobenstein: Kessel – Gergert, Dittmar, Wirth, Müller – Tens – Hölzel (80. Zwicker), Linke, Köcher, Beetz (46. Kolb) – Mai

Schieri: Blasse (Erfurt)

Zuschauer: 100

Tor: 1:0 Linse (70./Foulstrafstoß)

 

Ralf Brückner

 

 

Keine Kommentare
Kategorien: Allgemein, Männer

0 Kommentare