Auch das vierte „große“ Ilm-Kreis-Derby   in der Fußball-Landesklasse (Staffel 1) gewinnen die Ilmenauer – und zwar verdient.

SV 09 Arnstadt – Germania Ilmenau 1:3

Am Ende war auf dem Kunstrasen Obertunk der berühmte Silvesterspruch fällig: „The same procedure as last year“ – das Gleiche wie im letzten Jahr. Wieder gewann die Germania, obwohl der SV 09 auch seine Chancen gehabt hatte. Matchwinner hatte der Gast gleich drei: Zum einen Marc Fernando mit zwei Toren – eines nach typischer Manier, eines eher als Abstauber (48., 45.). Zum zweiten Torwart Nils Bradsch, der kurz nach Fernandos Tor zum 1:2 einen von ihm selbst an Voigt verursachten Strafstoß parierte. Ruschke hatte zwar platziert, aber eben flach ausgeführt – Ilmenaus Keeper war sowohl in der richtigen Ecke als auch rechtzeitig unten (52.).

Zum Matchwinner Nr. 3 avancierte Adrian Schlott. Ilmenaus rechter Außenverteidiger, nach seiner Gelb-Sperre wieder dabei, musste zunächst seinem Offensivdrang Tribut zollen, denn vor Arnstadts 1:0 ließ er sich beim Konter von Dahms überlaufen, dessen Linkseingabe verwertete Schneider im Zentrum (31.). Dann aber setzte sich Schlott auf rechts durch, seine Flanke wurde schlecht verteidigt und Fernando war im Nachschuss zur Stelle: 1:1 (45.).

Nachdem Ilmenau die bis dahin gut funktionierende „Pass-Sperre“ des SV 09 auf Fernando mal überwunden hatte und auch Apel gegen Germanias Torjäger nichts mehr ausrichten konnte (48.), besorgte Schlott die Entscheidung, als er nach einem Eckstoß den Ball im Strafraum behauptete und präzise rechts unten abschloss (78.). „Wir haben verdient gewonnen und schauen jetzt von Spiel zu Spiel, was nach oben noch möglich ist“, gab er hinterher als Devise aus. „Arnstadt haben zum Ende hin deutlich die Mittel gefehlt.“ Was zwar stimmte – aber eben erst „zum Ende hin“. Speziell vor der Pause wirkte die Germania-Defensive keineswegs durchweg sicher. Gleich mit der allerersten Aktion der Partie, als sich Machts einen Querpass von Amarell erlief, hätte Arnstadts quirliger Stürmer schon das 1:0 machen müssen, und es folgten noch zwei weitere, nicht ganz so klare Chancen für ihn nach. Die Gastgeber, die auffallend hoch verteidigten und vorerst keine Lücken in ihrer personell ge­schwächten Abwehr erkennen ließen, nutzten auch danach die Schnelligkeit ihrer Angreifer gut aus. Erst langsam kamen auch die Gäste zu ersten Möglichkeiten (Linse/23., Finn/23., Fernando/25.). Das 1:1 zur Pause entsprach halbwegs den Chancenanteilen, aber nach dem Wiederanpfiff war die Germania sofort präsent (Sturmlauf Thurau/46., Lattenkopfball Linse/46.), sodass das 1:2 fast folgerichtig fiel.

Knackpunkt Strafstoß

Der verschossene Strafstoß wurde zum Knackpunkt und Arnstadts Trainer Thomas Giehl war stocksauer, „weil die Zwei bei uns, die sonst immer die Elfer schießen wollen, diesmal gekniffen haben. Ich kann Johannes Ruschke daher keinen Vorwurf machen.“ Arnstadt war noch eine Zeit lang optisch überlegen, wirkte aber im Abschluss nicht zwingend und die Germania-Abwehr bekam das Geschehen jetzt fast durchweg unter Kontrolle. Nach dem 1:3 war die Sache gelaufen.

Der Schiedsrichter bekam gerade noch rechtzeitig mit, dass zu dieser Partie keine „lange Leine“ passte. Er zog er siebenmal Gelb, im Verhältnis 5:2. Die große Kulisse – mehr als doppelt so viele Zuschauer wie tags zuvor beim Verbandsliga-Spitzenspiel in Geraberg – ließ nicht nur die Benefiz-Aktion der Gastgeber zugunsten des Kindernothilfefonds gelingen, sie war auch ein deutliches Plädoyer für Sonntagsspiele!

 

Arnstadt 09: Apel  – Eger (73. Schumacher), Müller, Kah, Dahms – Ruschke (62. Hoffmann), N. Koch, Eberling, Scheuring – Machts, Voigt (80. Evertz)

 

Ilmenau: N. Bradsch – Schlott, Hörhold, Mi. Wolfenstetter, Amarell – Linse, Ma. Wolfenstetter – Thurau (83. Kumm), Finn, Gietl (82. T. Wolfenstetter) – Fernando (90. Hemming)

 

Riedel (Zella-Mehlis) – 370 – 1:0 Voigt (31.), 1:1, 1:2 Fernando (45., 48.), 1:3 Schlott (76.)

 

Ralf Brückner

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