FC Thüringen Weida  – SV Germania Ilmenau  0 : 1  (0:0)

Geschichten, die der Fußball schreibt: Saisonübergreifend war der FC Thüringen Weida in 43 Punktspielen ungeschlagen. Die letzte Niederlage datiert vom 13. Juni 2015 in Weida. Der Gegner damals Germania Ilmenau.

Nach der schwachen Vorstellung im letzten Heimspiel gegen Bad Blankenburg war die Ilmenauer Mannschaft von Vereinsvorstand und Trainerstab in die Pflicht genommen worden, in Weida ihr wahres Leistungsvermögen zu zeigen und nicht weiter Boden auf die Tabellenspitze zu verlieren. Dies gelang spielerisch wie kämpferisch, besonders, als man die letzten 30 Minuten in zweifacher Unterzahl bestritt und hier die Spielentscheidung gelang.

Mit Hörhold in der Innenverteidigung, Amarell und Finn im Mittelfeld wurde die Mannschaft auf drei Positionen verändert.

Von Beginn an versuchten beide Mannschaften das Spiel zu kontrollieren und mit schnell vorgetragenen Angriffen zu Tormöglichkeiten zu kommen. Finn, Linse und Ma. Wolfenstetter auf Ilmenauer Seite, Berger und Leutloff auf Seiten des Gastgebers waren hier die Ideengeber im Mittelfeld. Die erste Chance auf ein Tor hatte Schlott nach zwei Minuten. Von Finn angespielt, spurtete er über rechts aufs gegnerische Tor zu, sein Schuss ging aber knapp am langen Pfosten vorbei. Auf der Gegenseite wurden N. Pohland und der schnelle Gerold gesucht, die aber bei der Ilmenauer Abwehr in der ersten Halbzeit gut aufgehoben waren. Der Gast begann das Geschehen nach 15 Minuten zu dominieren und die besseren spielerischen Akzente zu setzen. So wurden Amarell, Thurau und Fernando gut von Finn, Linse und Ma. Wolfenstetter in Szene gesetzt, deren Schüsse von Penzel im Weidaer Tor aber gehalten wurden. Eine Gelegenheit zur Gastgeberführung hatte Schumann in der 35. Minute auf dem Fuß. Sein Schuss von halbrechts ging aber übers Tor.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit verlor Ilmenau in der Vorwärtsbewegung den Ball im Mittelfeld. Einen schnellen Gegenangriff vermeidend, beging Mi. Wolfenstetter ein taktisches Foul an Gerold und bekam berechtigt die gelbe Karte von Schiedsrichter Bachmann gezeigt (49.min). Elf Minuten später dribbelte sich Gerold durch die Ilmenauer Abwehr, Mi. Wolfenstetter versuchte zu klären, traf ihn aber nur am Fuß und musste mit Gelb-Rot vom Platz. Für ihn rückte Linse in die Innenverteidigung. Weida jetzt mit mehr Offensivdrang, Ilmenau behielt aber die Ordnung und setzte über Thurau und Fernando Nadelstiche in die gegnerische Hälfte.

Nach einer Freistoßentscheidung für Ilmenau versuchte der Weidaer Reichelt die schnelle Ausführung zu verhindern, Hörhold stieß ihn vor den Oberkörper, worauf er sich theatralisch fallen ließ. Der Schiedsrichterassistent eigte dies beim Schiedsrichter an, der Hörhold dafür mit der Roten Karte des Feldes verwies (68.min). Für ihn rückte jetzt Werner in die Innenverteidigung und Walch, eingewechselt für Thurau, komplettierte die Viererkette. Der Druck auf das Ilmenauer Tor nahm weiter zu. Die kämpferische Einstellung einen Weidaer Torerfolg zu verhindern stimmte und vielbeinig stellte man sich den Schussversuchen entgegen. Die hohen Bälle nach Flanken und Ecken sahen in Bradsch ihren Meister. Selber behielt man bei Ballbesitz die Ruhe und Übersicht und schuf so Entlastung für die eigene Abwehr. Fernando war es hier, der weite Wege ging als Anspielpunkt in der gegnerischen Hälfte. So spitzelte er nach genauem Pass von Finn den Ball über den herauslaufenden Torwart und schob ihn ins leere Tor zur Ilmenauer Führung (80.min).  Weida warf nun alles nach vorn, um die erste Saisonniederlage zu verhindern. Glück für Ilmenau in der 82. Minute. Reichelt mit sattem Schuss von halblinks, der nur knapp am langen Pfosten vorbei ging. In der Nachspielzeit die große Chance für Amarell den Sack zuzubinden. Ein schulmäßiger Konter über Ma. Wolfenstetter und Fernando eröffnet Amarell allein vor Penzel die Schusschance. Sieger blieb aber der Torwart.

Ein letztlich verdienter Sieg für Ilmenau gegen einen spielstarken Gegner auf gutem Niveau. Mit dieser Einstellung sollte auch im letzten Spiel der Hinrunde ein Erfolg möglich sein, auch wenn die Platzverweise zu Umstellungen in der Mannschaft zwingen.

Weida: Penzel; Ulrich, Diepold, Reichelt, Berger (83. Berthold), Gerold, Kolnisko, Schumann, N. Pohland, Heinze, Leutloff

Ilmenau: N. Bradsch; Schlott, Hörhold, Amarell, Ma. Wolfenstetter, Thurau (78. Walch), Finn, Werner, Mi. Wolfenstetter, Fernando, Linse

Schiedsrichter: Bachmann (Jena)

Zuschauer: 80

Tor: 0:1 (80.) Fernando

 

Uwe Frank

1 Kommentar
Kategorien: Männer

1 Kommentar

  1. Einfach Klasse,tolle Leistung weiter so.Das ist wahrer Fussball,den sich die überbezahlten Profis als Vorbild nehmen sollten.
    Grün-Weisse Grüsse aus Gera

    Matthias Otter am 27. November 2016 um 19:13