Germania Ilmenau – TSV Bad Blankenburg 1:2 (0:1)

Gegen den Drittletzten der Fußball-Landesklasse (Staffel 1) verliert Germania Ilmenau schon zum dritten Mal in dieser Saison auf eigenem Platz.

Bei Minusgraden konnten sich die wenigen Zuschauer am gut bespielbaren Hammergrund-Rasen nicht an der Leistung ihrer Mannschaft erwärmen, denn sie erlebten nicht nur die bereits dritte Heimniederlage   dieser Saison (nach Neustadt/Orla und Stadtroda), sondern auch eine weit gehend enttäuschende Vorstellung. 80 Minuten lang waren von Ilmenau statt durchdachten und zwingenden Angriffsspiels zumeist fehlerhafte Zuspiele sowie Pässe ins Nirwana der Bad Blankenburger Abwehr zu erleben. Im Prinzip erreichte kaum ein Ilmenauer seine Normalform – angefangen von Torwart N. Bradsch, dessen Abspiel zum Gegner jenen TSV-Angriff einleitete, der mit dem 0:2 endete, bis hin zu Torjäger Fernando, der bis zu seinem Tor zum 1:2 (das allerdings war dann wieder mal zum Zungeschnalzen!) nur drei gefährlichere Aktionen hatte (31., 33., 45.).

Aus der Trainerschaft waren hinterher laute Klagen über mangelnde Trainingsbeteiligung wichtiger Spieler gerade vor dieser Partie zu vernehmen: Und genau so habe man dann auch gespielt, hieß es. Der Beobachter auf den Rängen wiederum fragte sich spätestens nach zehn Minuten angesichts des nur schwer zu stoppenden Gästestürmers Mazur, wieso Ilmenaus mit Abstand erfahrenster Verteidiger, Hörhold, stattdessen im offensiven Mittelfeld spielte (und dort kaum Wirkung erzeugte).

TSV-Chancenvorteile

Die Gäste merkten nach etwa 20 Minuten, dass hier mehr für sie drin war als defensiv stehen und gelegentlich kontern. N. Bradsch verhinderte gegen Mazur einen früheren Rückstand (20.), später traf der TSV gleich zweimal die Latte (32., 43.) und schloss damit die erste Halbzeit nicht nur mit einer Führung, sondern auch mit Chancenvorteilen ab. Das 0:1 war ein sensationeller Treffer: Rupprecht schlenzte den Ball aus rund 25 m zentral genau in die rechte obere Ecke – auch deshalb vergleichbar einem Dreipunktewurf im Basketball, weil er dabei kaum gestört wurde (39.). Die drei Ilmenauer Chancen, alle für Fernando, machte der starke Gästetorwart zunichte, dabei auch einen sehr gut geschossenen Freistoß aus 25 m (45.).

Mit der Einwechslung von Finn und später auch Amarell (46., 53.) erhoffte man sich mehr Konstruktivität im Ilmenauer Angriff. Aber das 0:2, als sich Mazur dann halt doch mal gegen seinen Gegenspieler durchgesetzt hatte und auf keinen weiteren Widerstand mehr traf (53.), zog der Ilmenauer Mannschaft dann endgültig den Boden unter den Füßen weg. Das Selbstvertrauen war dahin, es gelang vorerst gar nichts mehr. Eine kleine Ausnahme bildete Amarells Flanke, die Hörhold übers Tor drosch (65.).

Zu späte Wende

Die Wende kam zwar noch, aber zu spät: Fernando schloss ein starkes Solo rechts im TSV-Strafraum mit sattem Schuss ins lange Eck zum 1:2 ab (80.). Das schien eine Initialzündung zu sein, denn auf einmal drehte Ilmenau auf und fand zu gewohnten Angriffsaktionen. Aber Amarell hatte nach zwei Vorlagen von Fernando Pech beim Abschluss (83., 84.) und Fernando selbst vergab die größte Chance nach Finns Vorlage, als er mit einem Heber am Torwart scheiterte (88.). Es blieb bei der Niederlage und angesichts der ersten 80 Minuten musste man sich auch nicht über die verpasste Chance wegen Stadtrodas 0:1    ärgern: Mit solch einer Leistung steht die Spitzengruppe ohnehin nicht zur Debatte. Zur Debatte, und zwar zur sehr ernsthaften, sollte stattdessen stehen, wie die Germania solche heftigen Abrutscher vom gewohnten Niveau künftig ausschließen kann. Sonst findet man sich schneller als gedacht im Niemandsland der Tabelle wieder!

Ilmenau: N. Bradsch – Schlott (53. Amarell), Mi. Wolfenstetter, Werner, Walch – Linse, Kumm (46. Finn) – Thurau (76. T. Wolfenstetter), Hörhold, Ma. Wolfenstetter – Fernando

 Bad Blankenburg: Reichhardt – Birzer, Reichmann, Marr, Heinze – Kleinspehn (78. Paschold), Botz, Fiur, Rupprecht (90. Mahlke) – Stolze (86. Stauche), Mazur

Schiedsrichter: Reise (Bachfeld)

Zuschauer: 100

Tore: 0:1 Rupprecht (39.), 0:2 Mazur (53.), 1:2 Fernando (80.)

 

Ralf Brückner

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