Sponsor



Mannschafts-kollektion und Fanartikel

T-Shirt Aktion

SV Germania Ilmenau – 1. FC Lok Leipzig 1:6 (1:2)

Außerordentlich achtbar mit 1:6 (1:2) zog sich am Sonntag Germania Ilmenau von der Fußball-Landesklasse beim Freundschaftsspiel gegen den Regionalliga-Aufsteiger 1. FC Lok Leipzig aus der Affäre.

Ach, wie schön kann doch der Fußball sein, wenn sich alle daran beteiligten Leute auf und vor allem neben dem Platz ordentlich benehmen! Offiziell 400 Zuschauer im Stadion, dabei die halbe neue Hammergrund-Tribüne voll von Lok-Fans in gelb-blau – und nicht eine einzige Pyro-Aktion oder sonstiges störendes Beiwerk! Ja, nicht einmal ein einziger dieser gegrölten Sprechchöre war zu hören, die sonst zum üblichen Erscheinungsbild des höherklassigen Fußballs gehören! Nein – wegen dieser Lok-Anhänger ist das Spiel vor Jahresfrist bestimmt nicht abgesagt worden …

Sehenswerte Partie

Und irgendwie schien die entspannte Atmosphäre beflügelnd auf die Hauptdarsteller zu wirken, denn sie lieferten ein sehenswertes Spielchen ab, das zurecht viel Beifall bekam. Es wurde genau die richtige Balance gefunden zwischen scharfer Vorbereitung und einem Freundschaftsspiel.

Vor allem die erste Halbzeit, als die Ilmenauer noch gut mithalten konnten, überzeugte und hatte als Sahnehäubchen ein Ilmenauer Tor der Extraklasse zu bieten. Bei einem 18-m-Freistoß aus halblinker Position, nach Foul an Hörhold, drehte Finn den Ball mustergültig über den „kleineren“ Teil der Leipziger Mauer hinweg und die Kugel flog genau ins obere Mauereck (31.) – ein großartiger Treffer, der für den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich sorgte.

Freilich sah sich die Germania, noch ohne Kapitän Gerhardt (Urlaub), dafür mit Rückkehrer Schlott in der Innenverteidigung, gegen den künftigen Regionalligisten fast ständig in die Defensive gedrängt. Die Lok spielte schnell und einsatzstark und der Gastgeber musste viel Laufarbeit leisten, um dieser Leipziger Angriffsflut einigermaßen Herr zu werden. Dies gelang aber zunächst recht gut, auch dank eines bestens aufgelegten Nils Bradsch im Tor, der tolle Reflexe an den Tag legte und auch wieder seine Stärken im 1:1 gegen freie Stürmer zeigen konnte.

Beim 0:1 durch Becker, ein satter Schuss von der rechten Strafraumecke genau ins linke obere Dreiangel, konnte er aber nichts machen (12.). Und nach dem 1:1 war den Gästen anzumerken, dass sie sich durch dieses Gegentor herausgefordert fühlten. Sie erhöhten ihren Druck und Becker bewies abermals sein Können als Präzisionsschütze: Jetzt traf er nach Ablage von Wendschuch rechts unten (37.) zum 1:2.

Respektabel zur Pause

Das war ein höchst respektabler Pausenstand für die Germania. Bei ihren fünf Testspielen zuvor hatten die Leipziger zur Pause immer mit mindestens zwei Treffern geführt. Am Freitagabend hatten sie beim FSV Großpösna (2. Kreisklasse) sogar mit 28:0 gewonnen, tags darauf bei Einheit Frohburg (Kreisoberliga) zwar nur mit 5:0 – aber vor sage und schreibe 905 (!) Zuschauern.

Nach vorn hatten die Ilmenauer aber nur wenig zu bestellen. Die Außenspieler Thurau und Ma. Wolfenstetter waren fast nur in der Abwehr gebunden und vorn lauerte Fernando vergeblich auf „tödliche“ Pässe. Seine hünenhaften Gegenspieler Ibold bzw. Hanne gestatteten ihm keinerlei Freiheiten. Selbst auf zwei heftige, mit „Gelb“ bestrafte Klammergriffe gegen Thurau und Fernando wurde nicht verzichtet – die Lok hatte hier nichts zu verschenken.

Dies galt dann vor allem für die zweite Halbzeit, als die Ilmenauer Gegenwehr so etwa ab der 65. Minute deutlich nachließ. Der Gast hatte zur Pause sechs neue Spieler gebracht und wechselte Mitte der zweiten Halbzeit nochmals viermal. Diesem Kräftereservoir war die Germania nicht mehr gewachsen und sie schluckte nun auch etwas „billigere“ Gegentore. Gefahr gegenüber entstand nur bei einem Thurau-Freistoß, den der Torwart prallen lassen musste – Linse verpasste den Ball danach knapp (50.).

Germania-Trainer Erhard Meyer, in Vertretung des urlaubenden Mike Eckardt, zeigte sich mit der ersten Halbzeit sehr zufrieden. „Da war noch genügend Frische da. Nach dem Wechsel machte sich dann unser hartes Konditionstraining unter der Woche bemerkbar. Allerdings haben wir da auch wieder Abwehrfehler begangen, die uns schon in der Vorsaison zu viele unnötige Gegentore eingebracht hatten. Das müssen wir jetzt in den Griff bekommen.“

 

Ilmenau: N. Bradsch – Amarell, Schlott, Mi. Wolfenstetter, Walch (46. Elle) – Linse (69. Hemming) – Thurau (77. Kempf), Hörhold, Finn (59. Kumm), Ma. Wolfenstetter (63. Fischer) – Fernando

 

Leipzig: Schulz – Krug, Zickert, Ibold, Trojandt – Georgi, Hanne, Becker, Maurer – Wendschuch, Ziane; eingewechselt zur zweiten Halbzeit: Zimmermann, Brügmann, Watakiki, Heßler, Gottschick, Misa

 

Ralf Brückner

Keine Kommentare
Kategorien: Allgemein, Männer

0 Kommentare