Germania Ilmenau  –  SV 09 Arnstadt 2:1

Das Ilm-Kreis-Derby in der Fußball-Landesklasse (Staffel 1) endete am Freitagabend vor der stattlichen Kulisse von 450 Zuschauern mit dem erwarteten, aber knappen Sieg für den Ilmenauer Spitzenreiter.

Ilmenau  – Dass da unmittelbar nach dem Schlusspfiff im Hammergrund ein Regenschauer niederging, machte ihm überhaupt nichts aus: Marc Fernando rannte wie ein Stehaufmännchen durch den Innenraum und holte sich die Glückwünsche für seine beiden entscheidenden Tore ab. Nach so vielen vergebenen Chancen in den Spielen zuvor präsentierte sich Ilmenaus Top-Stürmer diesmal mit gnadenloser Effizienz – und das immerhin gegen einen der routiniertesten und immer noch besten Torhüter dieser Staffel. „Gegen Christian Apel habe ich auch mein erstes Tor in der Thüringenliga geschossen“, erinnerte sich der nunmehrige 29-Tore-Mann der Germania. Na, wenn das kein gutes Omen ist!

Beim 1:0 überraschte er Bewacher Schimmel und zwei weitere Arnstädter, indem er mit dem Ball nach links wegzog und aus schon recht spitzem Winkel traf (39.). Beim 2:1 fing Thurau per Kopf einen Abstoß ab und leitete den Ball direkt auf den durchstartenden Fernando weiter, der frei vor Apel vollendete (85.). Eigentlich schreibt man hier ja immer „überlegt vollendete“, doch der Torjäger gab zu: „Groß überlegt habe ich da gar nicht …“ Nun ja – Hauptsache der Ball war drin und das erste von acht Aufstiegs-Endspielen gewonnen.

Ein hartes Stück Arbeit

Aber es war ein hartes Stück Arbeit für den Tabellenführer. Der Kreisrivale zeigte auch im Hammergrund, warum er bis dahin die beste Rückrundenmannschaft war. Arnstadt, obwohl erst eine Viertelstunde vor dem Anpfiff zum Erwärmen auf dem Platz, war sofort auf Betriebstemperatur und hatte am Beginn sogar mehr Feldanteile. Das Angriffsspiel wirkte strukturiert und es gab auch gute Arnstädter Chancen: Machts’ gefährliche Rechtseingabe, die alle verpassten (19.), Bräutigams Freistoß von der linken Außenlinie, als der Ball ohne Zwischenberührung an den langen Innenpfosten prallte (35.) und vor allem die Riesenchance für Scheuring, die Hörhold mit höchstem Risiko einer Grätsche von hinten, die ihm aber absolut sauber gelang, zunichte machte (27.).

Die Germania arbeitete erstaunlich viel mit Steilpässen, die aber nicht sonderlich gut getimt waren – vielleicht spielte da auch die tief stehende Sonne eine irritierende Rolle. Nichtsdestotrotz fanden sich Thurau und Fernando zweimal zum Zusammenspiel (15., 23.), aber ohne Abschluss. Kumm, zuvor an Apel gescheitert (31.), gelang dann die schöne Vorarbeit für Fernandos noch schöneren Treffer. Insgesamt war zu spüren, dass beide Mannschaften ihre Stärken in der Offensive haben.

Ein typischer Spielzug

Nach dem Wechsel hatte zwar wieder das Duo Thurau – Fernando die erste Chance (53.), doch Arnstadt schien wieder besser ins Spiel zu finden und kam zum Ausgleich durch einen typischen Spielzug: Machts läuft rechts auf und davon und flankt, Scheuring vollstreckt in der Mitte sehr gekonnt, nachdem Kumm dort nicht klären konnte. Die Ilmenauer, aber nicht der Schiedsrichter hatten zuvor ein Handspiel des Torschützen gesehen (57.).

Die Germania war nun gefordert und machte auch viel Druck. Zwingendes entstand daraus zunächst nicht – ja, fast hätte Koch mit einem listigen Heber sogar das 1:2 erzielt (70.). Aber in der Schlussviertelstunde ließen die Kräfte der Gäste dann doch rapide nach, es gelang ihnen nach vorn kaum noch etwas konstruktives und Germanias Siegtor begann sich abzuzeichnen. Der nun in den Ilmenauer Sturm beorderte Kumm wurde beim Abschluss noch von Schimmel geblockt (74.), aber dann konnte der tapfere Arnstädter Innenverteidiger gegen Fernandos Torjägerqualitäten ein zweites Mal nichts ausrichten.

Ilmenau: N. Bradsch – Mi. Wolfenstetter, Hörhold, Gerhardt, Amarell – Kumm, Ma. Wolfenstetter – Thurau, Finn (87. Fischer, Gietl (63. Walch) – Fernando (90.+1 Elle)

Arnstadt 09:  Apel – Eger, Kah, Schimmel, Dahms – Gothe, Koch (86. Gottschalk) – Trümper, Bräutigam (46. Hoffmann), Scheuring (69. Schumacher) – Machts

Schiedsrichter: Leitschuh (Barchfeld)

Zuschauer:  450

Tore: 1:0 Fernando (39.9, 1:1 Scheuring (57.), 2:1 Fernando (85.)

 

Ralf Brückner

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