Germania Ilmenau – SG Bad Lobenstein/Helmsgrün 3:2 (2:0)

Nach wechselhaftem Spielverlauf triumphiert Germania Ilmenau im Spitzenspiel der Fußball-Landesklasse (Staffel 1).

Manchmal gleichen sich im Fußball gewisse Dinge eben sehr schnell wieder aus: Mussten die Ilmenauer vor zwei Wochen gegen Zeulenroda noch zwei Verlustpunkte nach einem  Gegentor kurz vor Schluss beklagen,  so gelang ihnen in diesem Spitzenspiel Dritter gegen Erster das Siegtor kurz vor Schluss. Und sah sich die Germania vor zwei Wochen noch veranlasst, ein irreguläres Gegentor zu reklamieren, so zeigte sich diesmal der Schiedsrichter beim spielentscheidenden Elfmeterpfiff   (86.) äußerst großzügig.

Unberechtigt war der Strafstoß natürlich  nicht, aber in so einer Spitz-auf-Knopf-Situation wartet manch anderer  Referee auf ein klareres Foul, ehe er Elfmeter pfeift.  „Es hakelt einer von hinten gegen mich“, erklärte  Christopher Thurau  seine Bauchlandung im Lobensteiner Strafraum. „Aber das war mir zuvor auch schon passiert, ohne dass da  gepfiffen worden wäre. Vielleicht war es ja  nun die Konzessionsentscheidung dafür.“ Jedenfalls schnappte sich der Ex-Stützerbacher die Kugel und donnerte sie scharf und platziert zum 3:2 ins Netz (87.) – obwohl ja der Gefoulte eigentlich nicht selbst schießen soll. „Ich habe mich aber gut gefühlt“, meinte Ilmenaus Matchwinner. „Unser   eigentlicher Strafstoßschütze Christoph Gerhardt ist ja gesperrt und ich hatte zudem  auch schon in Jena-Zwätzen vom Punkt getroffen.“

Matchwinner war der Rechtsaußen  auch deshalb, weil er bereits das frühe 1:0 vorbereitet hatte – als „zweiter Mann“ einer klassischen Dreieckskombination von Fernando zu  Kumm  (4.). Kurz darauf wurde der stark spielende Werner für sein Nachsetzen im Lobensteiner Strafraum mit Ballbesitz belohnt. Er  passte quer zu Fernando und dessen Schuss, noch leicht abgefälscht, landete  im Netz (10.). Wie schon gegen Zeulenroda gelangen  der Germania damit zwei Treffer in der Startphase.

Natürlich begehrte der Gast dagegen auf und machte  Druck, kam aber vor der Pause nur bei Wirths gehaltenem Freistoß (32.) zu einem wirklichen Abschluss. Ilmenaus Defensive wirkte mit der neuen Doppelsechs Amarell/Ma. Wolfenstetter   stabiler und  Abwehrchef Hörhold behielt stets die Übersicht. So hatte die Germania bis zur Pause sogar Chancenvorteile (Werner/39., Hörhold/40.-Freistoß, Fernando/44.).

Bedauerlich, dass die Partie von mehreren ruppigen Fouls gespickt war. Gleich beim allerersten Zweikampf  nach wenigen Sekunden handelte sich Kumm berechtigt „Gelb“ ein. Am Ende hatte der   (für so ein Spitzenspiel eigentlich viel zu) junge Referee 14 mal den gelben Karton gezückt, im Verhältnis 5:9 –   fast immer berechtigt. Lobensteins Narr musste sogar mit Gelb-Rot vom Platz (63.).

Nach dem Wiederanpfiff überstand Ilmenau die erste herausgespielte Lobensteiner Chance durch den schnellen Linke schadlos (48.) und bestimmte dann die Partie, hielt dabei den Ball erfolgreich vom eigenen Tor fern. Kumm hätte nach Vorarbeit von Fernando auf 3:0 erhöhen können, schoss aber  schwach (52.).

Dass jedoch Lobensteins Torjäger Mai nun, anders als vor der Pause, ganz vorn operierte  hatte bald Auswirkungen: Zweimal setzte er sich gekonnt  gegen seine Gegenspieler durch – beim ersten Mal traf er selbst (57.), beim zweiten Mal verwertete Linke die Rechtseingabe   (70.). Dazwischen klärte der herauslaufende N. Bradsch im letzten Moment (61.). Hier ging die Souveränität in der Abwehr zwischenzeitlich verloren

Ilmenau brauchte einige Zeit, ehe man wieder im   Betriebsmodus war. Permanent   wurde das Angriffsspiel über rechts angekurbelt. Aber nicht jede Flanke kam. Da versuchte es Thurau  mit einem Solo – und hatte Erfolg. „Aber es war der Triumph einer geschlossenen Mannschaftsleistung“, meinte hinterher Trainer Mike Eckardt. „Wir haben uns durch die beiden Gegentore letztlich nicht aus der Bahn werfen lassen.“

Germania:  Bradsch, Elle, Kumm, Hörhold, Amarell (81. Buse), Ma. Wollenstetter, Thurau, Finn, Werner (72. Fischer), Mi. Wollenstetter, Fernando.

SG VfR:   Steinbach, Wirth, Aust, Müller (78. Röppischer), Köcher, Hölzel (87. Krasser), Narr, Remmert, Linke, Mai, Tens.

Schieri:  Leroy Schott, Treffurt

Zusch.:  200

Tore:  1:0 Kumm (4.), 2:0 Fernando (10.), 2:1 Mai (57.), 2:2 Linke (70.), 3:2 Thurau (87.).

 

Ralf Brückner

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