Germania Ilmenau – SG Zeulenroda/Triebes  3:3  (2:0)

Mit einem  Remis im Spiel Dritter gegen Vierter der Fußball-Landesklasse (Staffel 1) hat die Germania im Kampf um den Staffelsieg zwei wertvolle Punkte hergeschenkt.

Ilmenau  – Das Unentschieden war eine gefühlte Niederlage, zumal das dritte Gegentor erst eine Minute vor Schluss fiel. Die Mannschaft saß dann hinterher auch völlig konsterniert auf der bzw. rund um die Auswechselbank. Besonders  untröstlich war Marc Fernando, der  drei größere Chancen vergab;  bei der dritten hatte sich der Ball auf dem Weg ins leere Tor noch an den Pfosten gedreht (74.). Und in der Tat: Wer nach elf Minuten 2:0 führt und das Anschlusstor (46.) relativ bald mit dem 3:1 beantwortet (59.) sollte  eigentlich in der Lage sein, diesen Vorsprung nun auch ins Ziel zu bringen.

Dass dies nicht gelang  muss natürlich etwas Ursachenforschung auslösen. Zweifelsohne kann man sich darüber mokieren, dass die Germania gleich fünf „Riesen“ wegließ, mit denen sie  längst den  Deckel auf den Heimsieg hätte draufpacken können. Neben den drei Situationen, in denen Fernando jeweils frei vorm Gästetorwart scheiterte (14., 26., 74.) waren das eine glasklare Kopfballchance für den diesmal als Stürmer aufgebotenen Amarell (nach Vorarbeit von Fernando und Thurau/19.) und eine unübersichtliche Situation im Gästestrafraum, bei der der Ball am Ende ebenfalls  über die Latte flog (65.). Zweifelsohne war auch das erste  Gegentor irregulär, da ihm ein klares Foul an Hörhold voraus ging. Der Referee gehörte leider zu jenen unangenehmen Vertretern seiner Zunft, die nicht zwischen Oberkörpereinsatz und Foul unterscheiden können. Seine   Assistenten zeigten, wie man das richtig macht – aber die werden ja auch im Kreis geschult

Das wirkliche Problem war aber, dass die Ilmenauer nach der schnellen Führung nicht in ihrer bisherigen  Konsequenz weiterspielten.

Zunächst sahen die Gäste bei Germanias Schnellangriffen nämlich ziemlich hilflos aus. Gleich der erste  ordentliche Spielzug führte zum 1:0, als Thurau sehr schön angespielt wurde, mit Zug zum Tor seinem Gegenspieler weglief und gekonnt ins lange Eck vollendete (6.). Kurz darauf wehrte Zeulenroda einen Eckstoß schlecht  ab –  Hörhold sprang im Duell mit dem Torwart höher und köpfte zum 2:0 ein (11.).

„Dann aber haben wir den Faden verloren“, musste Trainer Mike Eckardt hinterher konstatieren. Man leistete sich fortgesetzte Nachlässigkeiten und baute die Gäste damit auf. Auffällig vor allem der geringe Zugriff, den man im defensiven Mittelfeld auf die jeweils ballführenden Gegner bekam. Die Gäste merkten schnell, dass sich mit hohem Zweikampfeinsatz,  angesichts des viel zu toleranten Schiedsrichters,  einiges ausrichten ließ. Mit viel Glück – Milde traf frei stehend nur den Pfosten (38.) – wurde die erste Halbzeit ohne Gegentor überstanden.

Das fiel dann kurz nach dem Wiederanpfiff durch Du. Schmidt, der nach seinem Foul an Hörhold freie Bahn bekam (46.). Ilmenaus Spiel wurde nun wieder etwas stringenter, was zum 3:1 führte, vorbereitet von Ma. Wolfenstetter und Thurau über rechts; Fernando vollstreckte die gekonnte Flanke (59.). Aber Zeulenroda schlug wieder zurück; diesmal durchschnitt Do. Schmidt bei seinem Solo durch die  Mitte  Ilmenaus Defensive wie ein Stück Butter (66.).

Mit ihrem Spielanteilen und ihrer Einsatzfreude hatten sich die Gäste dann den Ausgleichstreffer mehr als verdient – obwohl die Germania ihn bis kurz vor dem Schluss verhindern konnte. Aber wieder und wieder ging der Ballbesitz einfach zu schnell wieder verloren. Dass das 3:3 dann nach einem schlecht verteidigten Eckstoß fiel (89.) war ebenfalls bezeichnend.

Letztlich eine Partie, die eine alte Grundregel des Fußballs dringend in Erinnerung ruft: Mit einer guten Offensive gewinnt man Spiele – Meister aber wird man zuerst mit einer guten Defensive …

 

Ilmenau: N. Bradsch  – Ma. Wolfenstetter, Hörhold, Gerhardt, Elle  – Kumm, Mi. Wolfenstetter – Finn – Thurau,  Fernando, Amarell

Zeulenroda/Triebes: Ziehn – Kotlinsky (55. Scholz), Thäder, Schulz, Hollstein – Böhm (83. Wetzel), Sengewald, Do. Schmidt, Milde – Lenßner, Du. Schmidt

Schiedsrichter: Martin Ansorg, Haina

Zuschauer: 100

Tore:    1:0 Thurau (6.), 2:0 Hörhold (11.), 2:1 Dustin Schmidt (46.), 3:1 Fernando (59.), 3:2 Dominik Schmidt (66.), 3:3 Thaeder (89.).

 

Ralf Brückner

 

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