Punktspiel E Junioren Kreisoberliga: SV Germania Ilmenau gegen SC 1903 Weimar I: 6:0

Felix setzt zu einem gefährlichen Kopfball an


Es ist sicher richtig, das in einer Zeit in der in Europa durch die aktuellen Ereignisse mehr denn je „Fußball zur schönsten Nebensache der Welt“ wird, der laufende Spielbetrieb im Nachwuchsbereich so, wie geplant weiter geführt wird.
Das Spiel der Ilmenauer E Junioren, Tabellendritter der Kreisoberliga gegen den Tabellenelften SC 1903 Weimar I wurde nach hartem Kampf vom Gastgeber mit 6:0 siegreich gestaltet.
Die Statistik vor diesem Spieltag setzte dabei auch für die Weimarer Trainer eindeutige Vorgaben, die darin bestanden, mit einem achtbaren Ergebnis die Heimreise anzutreten.
Auf dem Feld spiegelte sich die spielerische Überlegenheit der Ilmenauer auch nach wenigen Minuten deutlich wider.
Weimar versuchte dieses Manko mit viel Eifer, Laufarbeit und übergroßer Motivation auszugleichen und kam nur sporadisch dazu, sich dem Ilmenauer Strafraum zu nähern. Damit war der Gast lange Zeit sehr erfolgreich, denn es gelang Weimar mit harter Zweikampfführung und enger Deckungsarbeit auf dem gesamten Spielfeld, den Spielfluss der Ilmenauer lange Zeit einzuengen. Freilich ist es nahezu unmöglich Rodion im Sturmzentrum komplett aus dem Spiel zu nehmen. Auch die bei ihm praktizierte Zweifachbewachung konnte er oft geschickt umgehen und in die Räume starten, wenn ein Pass ihn auf die Reise schickte. In der 16. Spielminute enteilte er seinen Bewachern und lies auch dem Gästekeeper keine Chance. Resultat der Aktion war das 1:0. Bei einem weiteren verheißungsvollen Pass von Felix in den Raum hinter der Abwehrreihe der Gäste, kam es zu einer strittigen Szene, denn Rodion versuchte mit ausgestrecktem Fuss den Ball noch vor dem heraus eilenden Torwart zu erreichen. Er rutschte dabei leicht in den am Boden liegenden Weimarer Keeper. Hier hätte es durchaus Freistoß für Weimar geben können. Der Pfiff des jungen Schieris blieb aber aus. Den ins Feld zurück springenden Ball versuchte Felix im Nachsetzten in Richtung Tor zu schießen, er wurde jedoch von Hinten unsaft von den Beinen geholt und blieb verletzt, mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Auch hier pfiff der Schiedsrichter erst Sekunden später und nach Intervention der Ilmenauer Trainer ab und gab dann schließlich lediglich einen Schiedsrichterball am aktuellen Ort des Geschehens. Für solche Vergehen wird im Erwachsenenbereich die Gelbe und sogar meist die Rote Karte gezückt.
Das Vorhaben ein gutes Resultat zu erreichen, ging damit für Weimar bis zum Pausenpfiff voll auf.
Die Ilmenauer stemmten sich im 2. Spielabschnitt dann mit schnelleren Spielzügen gegen die weiter praktizierte körperbetonte Spielweise der Gäste. Rodion in der 27. Minute und nach dessen Vorarbeit Dustin in der 30. Minute, erhöhten auf 3:0. Nach präziser Ecke von Willi köpfte der diesmal frei stehende Rodion den Ball unhaltbar in der 34. Minute zum 5:0 ein. Was speziell Rodion aber auch Felix und der jüngste Ilmenauer, Michel, an Nehmerqualitäten an diesem Tage aufbrachten, war schon bewunderungswert. Die Gäste gingen nämlich in ihrem Einsatz nicht gerade zimperlich zu Werke und blieben dabei nicht nur an der Grenze des Erlaubten, sondern durften auch, da dies geduldet wurde, oft zu Fouls greifen, um den Spielfluss zu unterbrechen. Das sich Rodion dann auch mit zunehmender Spielzeit dieser Atacken erwehrt hat und seinen unbequemen Bewacher in Höhe der Eckfahne auch hart bearbeitete, löste als Gegenreaktion einen Schlag des Weimarer Spielers gegen die Brust Rodions aus, der deshalb hinter der Seitenlinie zu Boden ging. Eine ganz offensichtliche Tätlichkeit blieb also ungeahndet.
Das Spiel wurde jedoch schließlich mit einem Freistoß für Weimar fortgesetzt.
Ein erneutes Foulspiel an Rodion, der im Spiel mehrfach unfreiwillig Bekanntschaft mit dem Kunstrasen machen musste, wiederum im Gästestrafraum, führte zu einem Strafstoß, den Felix sicher zum 6:0 Endstand einschoss. Die weitere Ausbeute der Ilmenauer waren je ein Querbalkenschuss von Moritz und von Felix.
Erst nach dem 5:0 in der 2. Halbzeit gelang es dem SC 1903 Weimar I sich für einige Minuten im Ilmenauer Strafraum fest zu setzen und auch Eckbälle zu erzielen. Unmittelbare Torgefahr entstand daraus aber nicht. Die überwiegende Zeit des Spieles war, wie schon gesagt, auf die Verhinderung von Toren der Gastgeber ausgelegt, denn Ilmenau hielt die Gäste, meist gekonnt, weit vom eigenen Strafraum fern.
Fazit: Wie nach Außen für alle Zuschauer ersichtlich, war der seiner Mittel sehr unsichere junge Schiedsrichter, ein Aspekt dafür, das er leider die jungen Gästespieler durch diese fehlende Körpersprache und Unentschlossenheit bei seinen Entscheidungen, in ihrer harten Gangart ermutigte. Es wäre deshalb auch wünschenswert gewesen, den Schieri durch erzieherische Maßnahmen der Verantwortlichen zu unterstützen, denn er ist altersbedingt ja erst in einer Lernphase. Wenn Weimars Trainer entsprechend des Fair-Play- Gedanken versucht hätten, den teilweise übermotivierten Handlungen einiger der eigenen Spieler Einhalt zu gebieten, wäre dies sicher ein gangbarer Weg gewesen, den Spielverlauf in die richtigen Fair-Play-Bahnen zu lenken.
Mit einer Hüftprellung bei Rodion und einem Bluterguss bei Felix am Sprunggelenk am Spielende, ein leider hart erkaufter Gastgebersieg, der aber auch in dieser Höhe vollauf verdient ausgefallen ist.
Zur Anregung: Müßig darüber nachzudenken, ob es zu diesen Randerscheinungen gekommen wäre, wenn die Kreisoberliga als Fair-Play- Liga nach dem Muster von Ralf Klohr praktiziert werden würde.
Siehe http://www.fairplayliga.de/ oder auch der Artikel:
http://www.spiegel.de/sport/fussball/fair-play-liga-ohne-schiedsrichter-im-jugendfussball-a-981174.html

Germania Ilmenau: Janis, Lucas, Willi, Moritz, Felix, Dustin, Elias, Rodion, Tobi, Michel

Für den Artikel und die Fotos: Karsten Höhne

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