SV 09 Arnstadt – Germania Ilmenau 1:2 (1:0)

Mit einem spät gesicherten Derbysieg in Arnstadt katapultierte sich Germania Ilmenau an die Tabellenspitze der Fußball-Landesklasse, Staffel 1. Diesmal war Christopher Thurau der Mann des Tages bei der Germania. Er erzielte  das späte Siegtor, und er war auch der erste, der vom sensationellen Sieg der Stadtilmer in Silbitz erfuhr: „Spitzenreiter!“, entfuhr es ihm spontan, um dann einzuschätzen: „Es lohnt sich halt, es immer wieder zu versuchen. Irgend­wann klappt es doch!“ Das spielte auf seine vielen vergeblichen Aktionen auf seiner rechten Seite an, bei denen entweder der Ball knapp am Tor vorbei ging (72.) oder beim Zuspiel immer noch ein Verteidigerbein dazwischen funkte. Aber gegen das entscheidende Solo in der 84. Minute, als er mehrere Gegenspieler versetzte und von halbrechts in den Strafraum eindrang, konnte dann auch Arnstadts Torwart-Routinier Apel nichts mehr machen: Der Ball ging zum 1:2 ins lange Eck.

Eine der neuen Qualitäten der Germania ist die effektive Chancenverwertung. Denn allzu viele Möglichkeiten neben seinen beiden Toren erspielte sich der Gast in diesem Kreisderby gar nicht. Das Tor zum 1:1-Ausgleich, ein klassisches „Dreieck“ von Amarell auf rechts mit Eingabe auf Finn, der den Ball zum wieder mal souverän vollstreckenden Fernando passte (59.), war eine der wenigen durchgängig gelungenen Ilmenauer Aktionen. Generell war die Mannschaft zwar deutlich offensiver eingestellt als zuletzt gegen Meuselwitz II, das betraf vor allem Döring und Kumm im Mittelfeld. Aber es fehlte vor allem beim letzten Pass an der nötigen Genauigkeit, sodass Apel im Gastgebertor letztlich kaum etwas zu halten bekam. Bei den beiden Aktionen von Fernando vor der Pause ging der Ball jeweils knapp am Tor vorbei (35., 41.). Dass Ilmenau längst nicht von allen Positionen aus Torgefahr erzeugt, war schon beim letzten Heimspiel zu beobachten und fiel auch diesmal auf. Aber letztlich reichten ihr zwei Klasseaktionen zum Sieg und das war andererseits wieder mal die schon gewohnte Tragik für den SV 09, der mit seinem „letzten Aufgebot“ eine kämpferisch starke Leistung bot und eigentlich auch Chancenvorteile hatte, vor allem durch den schnellen Machts, aber am Ende eben wieder kein Feldtor zustande brachte. Dem 1:0 war ein schöner Diagonalpass auf den rechts nach vorn sprintenden Danneberg voraus gegangen, der Germania-Torwart N. Bradsch zum – leider missglückten – Herauslaufen zwang. Der Referee pfiff Strafstoß, beließ es aber bei „Gelb“ gegen den Keeper, der dann bei Machts Elfmeter fast noch an den Ball gekommen wäre (19.). Dafür bereinigte er eine Reihe anderer brenzliger Situationen sou­verän. Unterm Strich musste man konstatieren, dass der privat verhinderte Hörhold der Ilmenauer Defensive denn doch sehr fehlte. Die personell arg gebeutelten Gastgeber – Evertz langzeitverletzt, Schumacher mit Handbruch, Gothe verhindert, Scheuring und Krieghoff mit Zerrungen, Bloss nach Verletzung erstmals von Beginn an auf dem Platz – gaben kämpferisch alles, hatten aber auch einige Aktionen dabei, in denen mehr Gift war, als es akzeptabel ist. Der Referee griff relativ spät in die Brusttasche, tat es dann aber neunmal (im Verhältnis 5:4). Auffällig war vor allem Innenverteidiger Geissler, Kapitän der Kreisliga­mann­schaft, mit einer Top-Leistung gegen Fernando. Routinier Danneberg half auch noch mit aus, dazu der als Schiedsrichter bekannte Fuhrmann. Dass Ilmenau gegen eine solche Besetzung fast zwei Punkte verloren hätte darf als Kompliment für den SV 09 gedeu­tet werden. Leider konnte er sich dafür nichts kaufen und so gelang ihm auch zum Vereins­fest vor 300 Zuschauern (noch) keine Wende.

Arnstadt 09: Apel  Eger, Geissler, Micas Maure, Räder – Danneberg (67. Fuhrmann), Koch (60. Fröhlich), Dahms, Bloss (60. Krieghoff) – Trümper, Machts

Ilmenau: N. Bradsch – Mi. Wolfenstetter, Kirsten, Gerhardt, Elle (37. Walch) – Döring, Kumm (48. Amarell) – Thurau, Finn, Ma. Wolfenstetter (88. Jurisic) – Fernando

Schieri:            Wartmann (Großvargula)

Zuschauer:      300

Tore:               1:0 Machts (19./Foulstrafstoß), 1:1 Fernando (59.), 1:2 Thurau (84.)

 

Ralf Brückner

 

1 Kommentar
Kategorien: Allgemein, Männer

1 Kommentar

  1. sehr schöner Bericht, der das tatsächliche Geschehen auf dem Platz 1:1 widergibt

    Ric Mutzek am 4. Oktober 2015 um 16:55