Kreisoberliga E Junioren: VfB Oberweimar I gegen Germania Ilmenau 1:3 (1:1)

Gefahrensituation für das Germania-Tor

Speziell dem in die Materie näher eingeweihten Personenkreis dürfte der Umstand bekannt sein, dass in der Goethe- und Theaterstadt Weimar ein schier unerschöpfliches Reservoir an Nachwuchsspielern im Fußball zur Verfügung steht. Ohne Einbeziehung der Vororte sind schon im Stadtbereich allein 9 E-Juniorenmannschaften für den Spielbetrieb des KFA angemeldet. 3 davon kicken in der Kreisoberliga. Ein Fundus, der dafür spricht, dass hier nicht nur Quantität beim größeren Spielerangebot, sondern nach den Gesetzmäßigkeiten der Wahrscheinlichkeitsrechnung, auch Qualität in größerem Umfang zu Buche steht. Der gestrige Gegner VfB Oberweimar hat 3 E Juniorenmannschaften im Spielbetrieb 2015/2016 und ist in der glücklichen Lage, seine Mannschaften stets jahrgangsgerecht zu formieren. Die E I der Saison 2015/2016 setzt sich durchgängig aus Spielern des Geburtsjahres 2005 zusammen. Diese Mannschaft spielte in dieser Besetzung schon im Vorjahr, als E II in der Kreisliga und ist komplett als eingespieltes Team nachgerückt, nun als älterer E Jahrgang das Team der Kreisoberliga bildend. Oberweimar startete mit 2 Stadtderbysiegen in die Saison und hat noch ein Nachholespiel in Schwarza zu absolvieren. Auch beim Tabellenzweiten Haarhausen I schlug sich diese Truppe mit einer 3:1 Niederlage beachtlich. Mit viel Selbstvertrauen ging Oberweimar deshalb auch in das Spiel gegen Germania Ilmenau. Viel Erfahrung und körperliche Robustheit auf der einen Seite (Weimar), gegen Nobodys im E Juniorenbereich, ergänzt durch 1 Spieler mit Kreisoberligaerfahrung (Ilmenau), das waren die ungleichen Voraussetzungen dieses Spieles.  Sofort war erkennbar, das Oberweimar mit viel Power beginnend, dem Gast kämpferisch und spielerisch auf Augenhöhe begegnen wollte. Als die Ilmenauer Abwehr sich noch den Schlaf aus dem Augen wischte (Spielbeginn 9 Uhr, Abfahrt 7 Uhr in Ilmenau) und die angedachten Positionen einnehmen wollte, schlug in der 1. Spielminute der Torjäger der Vorsaison ( 18 Treffer) und mit nun 5 Treffern in dieser Saison, Kasimir Scheffel, mit einem scharfen Schuss von der rechten Grundlinie abgegeben, zu. Er brachte diesen Ball aus sehr spitzem Winkel, begünstigt durch die tiefstehende Morgensonne, an Janis, der die kurze Torecke sicherte noch vorbei, in das Ilmenauer Tor. Das gab den Gastgebern natürlich einen moralischen Motivationsschub, der sich auch auf den weiteren Spielverlauf auswirken sollte. Es dauerte schon einige Minuten bis die Ilmenauer Abwehr sich auf die körperlich sehr präsent auftretenden Gastgeber einstellen konnte und langsam das Team die eigene spielerische Linie fand. Immer dann, wenn es gelang, aus der verstärkten Abwehr heraus, präzise Spielzüge bis hin zur Sturmspitze zu kreieren, wurde es dann brandgefährlich für das Gastgebertor. Viele Chancen und Pech beim Abschluss kennzeichneten die ersten 23 Minuten des Spieles der Gäste. Dann nahezu mit dem Pausenpfiff doch noch der verdiente Ausgleich, nachdem Rodion in aussichtsreicher Position vor dem Strafraum den Ball aufnehmen konnte, 2 Gegenspieler vernaschte und flach einschoss.
„Es geht hier nicht mit halber Kraft“, so lauteten mehrfach die Worte von Trainer Wedekind, vom Spielfeldrand an die Germania Jungens gerichtet. Langsam, aber sicher, verinnerlichte das Team diese Worte in der 2. Halbzeit. Aber auch da gab es in den ersten 8 Minuten für die Gastgeber speziell bei Schüssen aus der zweiten Reihe noch einige Torchancen. Ein Umstand, der kritisch in der Aussprache nach dem Spiel von den Trainern angeführt wurde und verbesserungsbedürftig im Ilmenauer Spiel ist.  Diese Situationen müssen durch rechtzeitiges Herausrücken und Druckausübung  auf den Angriffsspieler auf ein Minimum eingeschränkt werden.  Janis meisterte aber nun alles, was noch sein Tor erreichte. Auch wenn es da unübersehbar 2 oder 3 „Wackler“ gab, wo der Ball erst im Nachfassen gesichert wurde. In der 38. Spielminute wurden mit einem Angriffszug aus dem Lehrbuch, mit schneller Überbrückung des Mittelfeldes, über 3 Stationen ausgeführt, die Weichen in Richtung Sieg gestellt. Gelang es vorher noch nicht, bei 3 Überzahlangriffen den gegnerischen Torwart zu überwinden, so führte dieser mustergültige Angriff mit präziser Querablage von Elias auf Dustin, zum sehenswerten 1:2. Endgültige Sicherheit erbrachte dann kurz vor Toresschluss ein weiterer Treffer von  Rodion, der sich bei einem gekonnten Solo durchsetzen konnte und unhaltbar einschoss. Aber auch hier standen allerdings 2 Mitspieler von Rodion in aussichtsreicher Position einschussbereit, frei vor dem Gastgebertor, wo auch noch ein Abspiel möglich gewesen wäre.
Der unbedingte Wille des Teams nach dem 1:1 Halbzeitstand, hier doch noch als Sieger vom Platz zu gehen, erbrachte bei weiterhin hoher physischer Gegenwehr Oberweimars, in Realität noch die Wende zum guten Ende für Germania. Oberweimar war dabei ein Gegner, der sicher noch so manch anderes Team in der Staffel vor größere Probleme stellen wird.
Es stimmt insgesamt optimistisch, das hier eine der jüngsten Mannschaften der Staffel, die immer noch unerfahren auf Kreisoberligaebene ist, sich immer mehr festigt und sich anlässt, das Niveau der Kreisoberliga mit zu bestimmen. Voraussetzung dafür ist jedoch, das die im Vergleich zu anderen Teams dünne Spielerdecke, die den Garanten für Leistungen in dieser Qualitätsstufe darstellt, von größeren Ausfällen in der Saison verschohnt bleibt. Hier können andere Mannschaften, wie z.B. Oberweimar, Schwarza, Haarhausen und natürlich Martinroda aus dem Vollen schöpfen, denn da steht, bedingt durch mehrere gemeldete Mannschaften, hinter jedem Stammspieler ein 2. Spieler bereit, der in der Lage ist, den vermeintlich ersten Mann lückenlos und leistungskonform zu ersetzen. Ein Nachteil gegenüber anderen Teams der Staffel ist dabei leider der Umstand, das die Leistungsträger der E Mannschaft sich aus Spielern des Jahrganges 2007, also noch F Junioren (2), 2006 (4) und 2005 (2) rekrutiert, demnach zwangsläufig im nächsten Jahr wiederum ein Neuaufbau ansteht.

Germania Ilmenau: Janis, Lukas, Willi, Darian, Moritz, Felix, Dustin. Elias, Rodion; Paul

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