FC Thüringen Weida – SV Germania Ilmenau 1:4 (0:2)

Welch eine Tragik für die Gastgeber. Sie benötigten aus dem Spiel einen Punkt, um die Klasse zu erhalten gegen eine Mannschaft, die sich mit einem Sieg die Vizemeis­terschaft in der Staffel sichern wollte. Nach Spielende stand fest, Weida muss absteigen, weil Mitbewer­ber Jena-Zwätzen beim Meister Rositz mit 1:0 gewann und bei Punktgleichheit die Tordif­ferenz gegen den FC entschied.

Sehr motiviert begann Weida das Spiel, zwang Germania in die Defensive und verbuchte in den ersten zwanzig Minuten fünf Eckbälle. Sie wurden, wie alle übrigen Angriffe von einer stellungssicheren Ilmenauer Hintermannschaft abgewehrt. Für die schnellen Gästestürmer ergaben sich Räume, die sie zu Konterangriffen nutzten und sie waren zweimal erfolgreich.

Als nach Wiederbeginn die Gastgeber zum Anschlusstreffer kamen, keimte bei ihnen Hoff­nung auf, die Germania mit zwei weiteren Treffern im Keime erstickte. Die Gäste be­stimm­ten danach eindeutig das Spielgeschehen und ein höheres Ergebnis war möglich.

Von den fünf Eckbällen, die für die Gastgeber am Anfang zu Buche standen, brachte nur einer Gefahr. Nick Pohland erwischte den Ball in der Rückenlage und Martin Ullmann köpfte ihn knapp über das Ilmenauer Tor. Ein erstes Achtungszeichen setzten nach einer halben Stunde die Ilmenauer. Christopher Thurau kam über rechts. Sein Ball aus spitzem Winkel wurde abgeblockt und den nachfolgenden Schuss von Marc Fernando wehrte Schlussmann Veit Wohlfahrt ab. Der nächst Angriff führte zum 0:1. Marcus Finn bediente Thurau. Dessen Eingabe von der rechten Seite verlängerte Fernando in die lange Torecke. Die folgenden Versuche der Gastgeber blieben erfolglos. Auf der Gegenseite bedachte Finn Fernando mit einem Steilpass. Der lief seinem Gegenüber davon und markierte mit einem Flachschuss in die rechte Torecke das 0:2.

Gleich nach dem Anspiel zur zweiten Halbzeit versuchten die Gastgeber mit allen Mitteln das Ergebnis zu korrigieren. Ihre Angriffe verliefen ergebnislos, während die Gäste im Umkehr­spiel Gefahrenmomente vor deren Tor schufen. So köpfte nach Flankenball von Thurau Chris­toph Werner den Ball knapp neben das Tor. Hendrik Pohland, eben ins Spiel gekom­men, gelang der Anschlusstreffer. Er traf nach einer Finte im Strafraum von links zum 1:2 flach in die lange Ecke. Erneut erreichte Fernando ein Zuspiel von Finn, lief auf Keeper Wohlfahrt zu und tunnelte ihn zum 1:3. Der nächste Gästeangriff führte zum Eckball, den Fernando per Kopf zum 1:4 ins Weidaer Tor bugsierte. Dann begann der Leidensweg der Gastgeber. Während sie das Spiel aufgaben, bedienten sich die Ilmenauer ihres gestiegenen spiele­rischen Vermögens und hatten weitere Gelegenheiten zu Toren. Daniel Döring traf den Querbalken und Finn setzte einen Freistoß knapp über das FC-Tor.

Ilmenaus Trainer Kay-Uwe Baumbach schlussfolgerte nach dem Spiel: “Wir brauchten lange, um uns selbst in Szene setzen zu können. Das war der Konstellation des Spieles geschuldet, die Weida zum Angreifen zwang. Das spielte uns in die Karten. Finn öffnete die Räume und Thurau sowie Fernando, erneut mit vier Toren, setzten den Schlusspunkt. Ein großes Lob gilt der ganzen Mannschaft.“

FC Thüringen: Wohlfahrt, Ulrich, Diepold, Görler (46. R. Pfeifer), Berger, Gerold, Ullmann, (57. H. Pohland),Patzer, Kurz (71. Wannitschka), N. Pohland, Lange.

SV Germania:  Bradsch, S. Micheler, Wolfenstetter, Gerhardt, Werner (61. Weigelt, 67. Rausch),  Döring, Amarell, Finn, M. Micheler (46. Hörhold), Thurau, Fernando.

Schieri:            Anne-Kathrin Schinkel, Gera

Zuschauer:      120

Tore:               1:0/2:0 Fernando (29./39.), 1:2 Hendrik Pohland (62.), Fernando 1:3/1:4 (68./71).

 

John Schmidt

1 Kommentar
Kategorien: Allgemein, Männer

1 Kommentar

  1. Tolle Leistung von Mannschaft und Trainer

    Diesen Jungs und ihrem „Chef“ möchte ich als „alter“ Ilmenauer Fußballfan an dieser Stelle für die abgelaufene Saison gratulieren: sensationell was ihr zu Stande gebracht habt!
    Die Zielstellung im vergangenen Herbst war angesichts der Vorsaison und der mindestens fünf Abstiegsplätze in der neuen Staffel sicher erst einmal der Klassenerhalt. Dass die Mannschaft jetzt am Ende der Saison auf Platz zwei steht, hatte wohl niemand für möglich gehalten. Und vor allem wie das erreicht wurde ist aller Ehren wert. Wie aus dem doch recht kleinen Kader eine stabile Mannschaft geformt wurde, die nicht nur Kampfkraft, sondern auch eine spielerische Klasse, fast Leichtigkeit gepaart mit technischem Vermögen an den Tag legte, nötigt allen Respekt ab.
    Man kann nur hoffen, dass die „Truppe“ auch in der kommenden Saison zusammen bleibt, dann ist vielleicht noch mehr drin als nur Landesklasse …
    Mit dem schönen, neuen Stadion ist die Basis dafür geschaffen worden.

    Wolfram Albrecht am 14. Juni 2015 um 19:38