Etwas glücklich behielt Germania Ilmenau in der Fußball-Landesklasse-Staffel 1 drei Punkte bei sich.

Germania Ilmenau  ZFC Meuselwitz II 1:0 (0:0)

Na, wenn der neue Kunstrasen im Hammergrund die drauf agierenden Mannschaften jedes Mal zu spielerisch derart hohem Landesklasse-Niveau stimuliert darf man sich auf die nächsten Heimspiele der Germania besonders freuen! Hüben wie drüben bemühten sich beide Vertretungen, grundsätzlich zuerst die spielerischen Lösungen zu suchen. Und wenn man da auch sehr oft nur das Wollen fürs Gelingen nehmen musste – für die Zuschauer war es dennoch eine weitaus bekömmlichere Fußballkost als das stupide Steilpass-Gebolze, das man mitunter sonst auf diesen Leistungsebenen zu sehen bekommt.

Dass die Ilmenauer diesen Heimsieg am Ende etwas glücklich verbuchten mochte hinterher selbst Trainer Kai-Uwe Baumbach nicht bestreiten: „Meuselwitz hat hier eine richtig gute Leistung abgeliefert. Aber wir haben eine richtig gute Abwehrarbeit dagegen gesetzt und ein noch besseres Tor geschossen.“ In der Tat, das 1:0 war eine Augenweide: Daniel Döring erobert und behauptet im Mittelfeld den Ball gegen mehrere Gegenspieler, spielt zu Markus Finn und stürmt nach vorn, bekommt das Leder per Super-Anspiel zurück und trifft aus schon recht spitzem Winkel von rechts ins lange linke Eck (48.).

Es hatte allerdings eine Zeit gedauert, ehe die Ilmenauer zu solchen Angriffen in der Lage waren. Die Gäste traten selbstbewusst und mit einer sehr „professionell“ wirkenden Spielanlage auf. Aber sie verarbeiteten die klugen Zuspiele nach vorn oft ungenügend und waren vor allem extrem abschlussschwach. Schon mit dem allerersten Angriff nach einem billigen Ilmenauer Ballverlust hätte Petrick das 0:1 machen müssen (1.) und auch später verfehlten sie selbst aus besten Positionen das Germania-Tor, speziell Kügler (86., 87.) und Schwarzer (90., Außennetz). Die beiden großen Ausnahmen bildeten ein 20-m-Schuss von Gentzsch, den Germania-Keeper Bradsch mit einer sensationellen Parade um den Pfosten drehte (38.), und ein Freistoß von Busch außen an der Mauer vorbei (58.), aber auch hier roch Bradsch den Braten.

Wichtige Umstellung

Germanias Angriffe versandeten zunächst oft im Mittelfeld und erst als Döring, zunächst als zweiter Sechser aufgeboten, von seinem Trainer offensiver eingestellt wurde kamen die Gastgeber öfter nach vorn. Fernandos Tor nach Rechtseingabe von Gietl wurde wegen Abseits nicht gegeben. Der Stürmer, von Leistenproblemen gehandicapt, musste noch vor der Pause durch Thurau ersetzt werden. Der hatte dann nach dem Wiederanpfiff das 2:0 auf dem Fuß, schoss aber drüber (53.) – ein Abspiel auf Weigelt wäre vielleicht besser gewesen. Dann schloss Weigelt ein herrliches Zusammenspiel mit Wolfenstetter zu schwach ab (56.). Ein 2:0 zu diesem Zeitpunkt hätte die Partie früh vorentschieden.

So aber rissen die Gäste wieder das Zepter an sich und setzten die Germania in der letzten halben Stunde mehrmals mächtig unter Druck. Zwar war die Abwehrarbeit der Gastgeber sehr gut, speziell vom zentralen Dreieck Hörhold-Gerhardt-Wolfenstetter. Aber Ausgleichschancen hatten die Meuselwitzer dennoch, und sie waren auch einige Male mit Schiedsrichterentscheidungen am und im Germania-Strafraum nicht einverstanden.

Die Ilmenauer dagegen spielten ihre viel versprechenden Konter mitunter etwas zu billig aus. Ausnahme war ein Fernschuss von Weigelt (85.), den der Gästekeeper nur mit Mühe über die Latte lenken konnte.

Ilmenau: Bradsch – Amarell, Hörhold, Gerhardt, M. Micheler – Wolfenstetter, Döring – Gietl, Finn, Weigelt (88. Schatz) – Fernando (41. Thurau)

Meuselwitz II: Mühlmann – Vargas, Busch, Eiteljörge, Nitzsche – Gentzsch – Petrick (46. Schwarzer), Pitschel, Kronawitt (65. Kügler), Kunze (83. Müller) – Wegner

Tor:  1:0 Döring (48.)

Schieri:  Drößler (Gotha)

Zuschauer:   110

Ralf Brückner

2 Kommentare
Kategorien: Allgemein, Männer

2 Kommentare

  1. klasse Leistung auf einem wunderschönen Sportplatz im Ilmenauer hammergrund.danke den verantwortlichen der Stadt Ilmenau für so eine herrliche anlage die seinesgleichen in thüringen nicht aufweisen kann.klar das ist ein ansporn auch für den nachwuchs -und manchen fußballer die hier ihren Sport betreiben können.die dörfer im ilmkreis sind eben nur dörfer und können sich nicht mit der uni-Stadt Ilmenau vergleichen.danke an manebach für die zeit auf ihrem Sportplatz!-danke auch an Gille

    shmidt erich am 17. November 2014 um 15:25
  2. Als „jahrzehntelanger“ Anhänger der Ilmenauer Fußballmannschaften ist es für mich eine große Freude, was diese junge und neu formierte Mannschaft nach dem absoluten Tiefpunkt im vergangenen Jahr im Moment zu leisten vermag. Da spürt man schon die Handschrift des Trainers, der dieses Kollektiv zu einer richtigen „Truppe“ geformt hat. Neben dem spielerischen Können ist auch der notwendige „Biss“ zurück gekehrt, Spiele unbedingt gewinnen zu wollen.
    Macht weiter so Jungs!
    P.S.:
    Man kann nur hoffen, dass diese Mannschaft nicht wieder durch die „umherziehenden“ Abwerber mit ihren „Dollar-Augen“ ihrer besten Spieler beraubt wird.

    Wolfram Albrecht

    Wolfram Albrecht am 20. November 2014 um 21:23