Germania Ilmenau – SG Herpf/Helmershausen 4:2

Germania Ilmenau verabschiedete sich mit einer überzeugenden Leistung aus der Saison in der Fußball-Landesklasse Süd. Es ist sehr zu hoffen, dass diese letzte Partie einer komplizier­ten Saison ein Fingerzeig auf kommende, wieder bessere Zeiten beim SV Germania war,  sowohl was die voll besetzte Wechselbank als auch die ansprechende spielerische Leistung betraf. „Wir wollten unbedingt unseren zwölften Platz verteidigen und haben das am Schluss mit guten Aktionen geschafft. Nur kurzzeitig ging die Kontrolle verloren“, meinte der künf­tige Cheftrainer Kai-Uwe Baumbach und sein Vorgänger Wieland Kühn, nach dem Spiel vom Team verabschiedet, ergänzte: „Auch wenn nicht alles gelang: Der Ball lief oft sehr gut durch unsere Reihen.“ Germanias Konglomerat aus einheimischen und studentischen Leistungsträ­gern, seit der Rückrunde mit deutlichem Qualitätszuwachs, hat sich entscheidend gefestigt und das könnte sich 2014/15 fortsetzen, da bisher nur der Abgang von Schwald bekannt ist. Zu kritisieren gab es nur zweierlei. Erstens die Abschlussschwäche, die in der ersten Halbzeit mal wieder Extremwerte erreichte (von der 11. bis 15. Minute wurden fünf Top-Chancen versiebt, später vergeigte Manuel Micheler einen Super-Angriff über Finn und Gustin/31.), und zweitens das allzu „grüne“ Abwehrverhalten. Gegen einen derart ausgebufften Stürmer wie den Herpfer Kämmer sollte man vielleicht nicht im simplen 1:1 verteidigen – wenngleich: Bei seinen beiden starken Aktionen, die jeweils zu Ausgleichstreffern führten (37., 48.) genügten auch zwei bzw. sogar drei Gegenspieler nicht, um ihn zu stoppen. Schon zuvor hatte er gefährlich aufs Tor geköpft (20.), doch Bradsch parierte hier ebenso wie später nach einem Scharfschuss (60.) Ilmenau hatte nach zehnminütiger Abtastphase das Geschehen an sich g­e­ris­sen und entwickelte Druck aus allen Mannschaftsteilen heraus. Fast alle Angriffe liefen über Finn und Ibrahim war mit seiner bekannt engen Ballführung ein ständiger Unruheherd in der Gästeabwehr. Beim Führungstor bewährten sich beide indes anderweitig: Finn schlug einen punktgenauen Eckstoß von rechts und Ibrahim schraubte sich zu einem mustergültigen Kopfball-Aufsetzer hoch (27.). Nach dem Ausgleich, der kaum dem Spielverlauf entsprach, geriet die Germania nur kurzzeitig aus dem Konzept – dann spielte Ibrahim einen Traumpass auf den genau zur rechten Zeit startenden Schatz, der frei vorm Gästetorwart zum 2:1 einschoss (44.). Der schnelle abermalige Ausgleich kurz nach Wiederanpfiff hinterließ etwas mehr Wirkung bei Ilmenau, zumal auch noch ein von Finn verschossener Handstrafstoß folgte (57.), den der Torwart parierte. Aber noch bevor größerer Schaden entstehen konnte machte Skotnicki als Joker den entscheidenden Stich: Nach abermals perfekter Ecke von Finn köpfte er mit der ersten Ballberührung das Leder zum 3:2 in die Maschen – de facto eine Kopie des 1:0 (63.). Herpf machte zwar noch mal Druck, auch weil bei Ilmenau die Bälle nun zu schnell verloren gingen. Aber einen mustergültig von S. Micheler ausgespielten Konter vollstreckte Skotnicki in der Schlussminute zum Endstand.

Ilmenau: Bradsch – M. Amarell, Döring, Gerhardt, Schömig – Wolfenstetter – Schatz (63. Gietl), Finn, Gustin (70. S. Micheler) – M. Micheler (63. Skotnicki), Ibrahim

Herpf/Helmershausen: Möhring – Hofmann, Böhm, Zöller, Blümke – Fickel (59. Kirsch)– Fuchs (78. Müller), Hasenstab, Hermann, Göpfert – Kämmer

Schieri:  Greif (Westhausen)

Zuschauer: 80 (in Manebach)

Tore:  1:0 Ibrahim (27.), 1:1 Kämmer (37.), 2:1 Schatz (44.), 2:2 Kämmer (48.), 3:2, 4:2 Skotnicki (63., 90.)

Ralf Brückner

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Kategorien: Allgemein, Männer

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