Germania Ilmenau – Wacker Bad Salzungen 2:4

Auch gegen den Aufsteiger zur Fußball-Landesklasse Süd konnte die Germania ihre Probleme dieses Herbstes nicht kaschieren: Das Leistungsgefälle und die Fluktuation im Kader sind zu groß und die ständig nötigen Änderungen in wichtigen Mannschaftsteilen – diesmal spielte mit Schatz und S. Micheler eine völlig neue Innenverteidigung – begünstigen leider eine hohe Quote entscheidender Fehler. Um trotzdem zu Punkten zu kommen muss alles stimmen – aber diesmal fehlte der Germania dafür auch das nötige Glück: Muth traf zweimal nur das Gebälk (45., 49.), Schwalds Abschluss nach Ibrahims Vorarbeit (35.) wurde von der Linie geschlagen und unmittelbar vor dem vierten Gegentor kam Skotnicki gegen den herauslaufenden Gästetorwart nur um einen Tick zu spät (85.). Sonst hätte es hier halt 3:3 statt 2:4 gestanden.

Ilmenau begann mit viel Willen zu konstruktivem Spiel. Aber nicht immer war, wo ein Wille da ist, auch ein Weg vorhanden. Die meiste Gefahr ging vom sehr ballsicheren Ibrahim aus. Der TU-Doktorand aus Ägypten leitete auch die erste Chance ein, aber Schwald konnte Skotnickis schwer zu verarbeitende Rechtsflanke nicht vollenden (3.). Danach lagen bei verteiltem Spiel die Chancenvorteile bei den Gästen. Ilmenaus sehr hoch stehende Viererkette hatte einige Schwierigkeiten, zu einer einheitlichen Abseitslinie zu finden und das beschwor oft Gefahr herauf. Das 0:1 entsprang aber einem schönen „tödlichen“ Pass von Otto in die Lücke des Abwehrzentrums, den Niebergall vollendete (26.). Es zeigte sich, dass Bad Salzungens Landesklasse-erfahrene Angriffsreihe Otto – Niebergall – Weisheit der entscheidenden Vorteil der Gäste war. Auch wenn die beiden Tore zum 0:3-Pausenstand durch krasse Ilmenauer Fehler begünstigte wurden: Ottos Vorarbeiten auf rechts und die Vollendung durch Groß (38.) bzw. Weisheit (39.) waren sehenswert.

Die Germania zeigte aber viel Moral und riss nach Wiederanpfiff das Zepter an sich. Obwohl von den Gästekontern weiter viel Gefahr ausging (Otto/52., 58., Fischer/67., Fischer/67. – Bradsch parierte) baute der Gastgeber etwas Druck auf und erzielte Wirkung. Eine Balleroberung im Mittelfeld setzte Skotnicki sofort in ein energisches Solo um und vollendet konsequent (54.). Dann nutzte der Stürmer einen Traumpass von Ibrahim, um das 2:3 zu erzielen (68.).Aber der Gast fing sich jetzt wieder und so konnte die Germania nun nicht mehr so viel Torgefahr erzeugen. Bis zu Skotnickis Chance in der 85. Minute – doch sofort im Gegenzug verwertete Weisheit einen Sturmlauf von Niebergall auf links mit exakter Eingabe zum entscheidenden vierten Gegentreffer. Trainer Wieland Kühn anerkannte zwar das Aufbäumen seiner Mannschaft nach der Pause. „Aber um so ein Spiel wirklich zu drehen muss man den Gegner noch kräftiger erschüttern können und dafür fehlt uns derzeit die Qualität in der Breite.“

Ilmenau: Bradsch – Muth, Schatz, S. Micheler, Yorulmaz – M. Amarell, Ibrahim, Finn, Winter – Schwald (46. Brömel), Skotnicki

Bad Salzungen: C. Stern – Pulkus (64. Möller), Völker, Damaske – Weisheit, A. Hlawatschek (81. Herrmann), Fischer, Groß, F. Preißler, – Otto (81. Krügel), Niebergall

Schiedsrichter: Riedel (Zella-Mehlis)

Zuschauer: 60

Torfolge: 0:1 Niebergall (26.), 0:2 Groß (38.), 0:3 Weisheit (39.), 1:3, 2:3 Skotnicki (54., 68.), 2:4 Weisheit (85.)

 

Ralf Brückner

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Kategorien: Allgemein, Männer

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