SpVgg Geratal – Germania Ilmenau 1:0 (0:0)

Das Lokalderby in der Fußball-Landesklasse Süd war geprägt von vergebenen Chancen und einiges an Wehmut.Wehmut und auch Bestürzung speziell wegen der personellen Verluste, die beide Mannschaften für die kommende Saison hinzunehmen haben.

Bestürzend auf beide Vereine wirkte vor Spielbeginn die Nachricht, dass Geratals Verteidiger David Kirsten – der früher auch in Ilmenau spielte – tags zuvor einen schweren Arbeitsunfall mit schweren Verletzungen erlitten hatte, die eine mehrstündige Operation erfordert hatten.

Nachdem in Ilmenau bereits in der Vorwoche Marc Fernando (zum TSV Aubstadt, Bayernliga Nord), Maximilian Kott (voraussichtlich zu Geratal) und Maximilian Walch (zurück in seine Heimatregion Meiningen) verabschiedet worden waren mussten nun auch die Gerataler drei Stammspielern adé sagen:

Martin Franz geht privat bedingt in den Großraum Stuttgart: Seine Freundin, die Erfurter Handballspielerin Shenja Minevskaja, hatte beim Thüringer HC keinen Vertrag mehr bekommen und wechselte deshalb zu Liga-Konkurrent TuS Metzingen am Südrand der Schwäbischen Alb.

Oliver Busch wohnt in Jena und arbeitet als Lehrer für Geografie und Sport im Referendariat in Pößneck. „Ich kann die weiten Fahrten ins Geratal zu Training und Spiel nicht mehr schultern, schon gar nicht in einer höheren Spielklasse“, begründete er seinen Abschied.

Felix Hartung, der erst zu dieser Saison vom FSV Martinroda gekommen war, wechselt zum FSV 06 Ohratal (Ohrdruf), der derzeit um den Aufstieg in die Landesklasse kämpft. „Das hat vor allem berufliche Gründe“, sagte er dazu. „Außerdem habe ich dort viele Freunde.“

Die Partie selbst wurde erst fünf Minuten vor Schluss entschieden, als Seeber eine Freistoß-Eingabe von Franz von der linken Strafraumgrenze am langen Pfosten über die Torlinie drückte. Dennoch war der Sieg hochverdient, denn Geratal bestimmte speziell nach der Pause das Spiel recht eindeutig, vergab aber zunächst eine Fülle erstklassiger Chancen. Vor allem Heyer sündigte hier mitunter ziemlich krass oder scheiterte am (absprachegemäß das Tor hütenden) Germania-Keeper Bradsch (56., 60., 69., 77.). Größter Unruheherd war Ben Achour, der kaum regelkonform vom Ball zu trennen war. Generell bestätigte das Gerataler Team einmal mehr seine Fortschritte in dieser Saison beim systematischen Angriffsfußball.

In den ersten 20 Minuten hatten die Ilmenauer im Feldspiel mitgehalten und waren da sogar leicht überlegen gewesen. Lipsius klärte gegen Walchs Schuss aus spitzem Winkel, später faustete er ein Geschoss von Fernando weg – sonst blieben aber wirklich zwingende Gelegenheiten für Ilmenau rar. Das Problem der Germania schon in den letzten Spielen, nämlich der viel zu geringe Druck von außen, war auch diesmal offensichtlich. Als nach dem Wechsel auch noch die Fehlerquote im Zuspiel stark nach oben ging kamen die Gäste de facto zu keinem vernünftigen Abschlüssen mehr. Am Ende verdankten sie es dem Konkurrenten aus Veilsdorf, der zu Hause nur remis spielte, dass sie den einstelligen Tabellenplatz noch behalten konnten.

Vor dem Spiel zeichnete Staffelleiter Werner Gerling die Gerataler als Staffelmeister 2012/13 aus.

Geratal: Lipsius – Busch (50. Seeber), Dobrocki, Bärwinkel – Maleße, Wollenschläger, Hartung (50. Hofmann), Franz – Heyer, Ben Achour, Keiner

Ilmenau: Bradsch – Yorulmaz, Döring, Hellmuth, Gerhardt – M. Amarell, Finn (68. Volytskyi), Fernando, Mohamad (74. Kott) – Skotnicki (63. Schwald), Walch

Schemann (Erfurt) – 150 – 1:0 Seeber (85.)

Ralf Brückner

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