Blau-Weiß 90 Stadtilm  – Germania Ilmenau 1:1

Das Remis im Kreisderby der Fußball-Landesklasse Süd war zwar gerecht, hilft aber beiden Kontrahenten nicht sonderlich weiter.

Während die Germania nach diesem neuerlichen Remis gegen ein „Kellerkind“ zwar weiter in der Rückrunde ungeschlagen bleibt, aber auch im Graue-Maus-Bereich der Tabelle verharrt, genügte den Stadtilmern weder der eine Zähler noch die über weite Strecken gezeigte Leistung, um im Abstiegskampf neue Hoffnung zu schöpfen.

Dafür hätte es nach der frühen Führung mehr Stringenz beim Konterspiel gebraucht. Das 1:0 erzielte Soer-Rexin per Kopfball-Bogenlampe ins lange Eck nach weitem Freistoß-Flugball von Linse (8.) – ein Spielzug, den die Blau-Weißen in dieser Saison schon öfter praktizierten. Das hätte Stadtilm in die Karten spielen können, doch die Gastgeber verloren völlig den Faden und brachten nach vorn so gut wie nichts zustande. Es bedurfte eines Fehlers des sonst starken Ilmenauer Abwehrchefs Döring, damit Soer-Rexin zu einer todsicheren Rechtseingabe auf R. Müller kam – aber der grätschte vor dem leeren Ilmenauer Tor am Ball vorbei (31.).

Ilmenau bekam das Heft eindeutig in die Hand, doch auf dem holprigen, wenn auch nicht tiefen Boden war es nicht einfach, diese Überlegenheit auch in gute Chancen umzumünzen. Skotnicki hatte eine solche nach Dörings schönem Steilanspiel, schoss aber frei vor Stadtilms Torwart Schlundt weit übers Tor (23.). Es folgten Chancen für Fernando (28.), Finn (35.) und Skotnicki (38.), bei denen Schlundt auf dem Posten war. Kurz vor der Pause machte es Skotnicki, diesmal von Fernando per Ablage bedient, frei vor Schlundt besser und setzte das Leder zum längst fälligen Ausgleich ins lange Eck (45.).

In der zweiten Halbzeit änderte sich am Spielverlauf nichts. Ilmenau spielte gefälliger und war bis zur Schlussviertelstunde feldüberlegen, brachte aber zu wenige Angriffe gefährlich zum Abschluss. Bei Steilanspielen wurden die Bälle nicht exakt genug verarbeitet und bei Kombinationen ging immer irgendein Zuspiel schief. „Man hat gemerkt, dass wir in diesem Winter noch nie auf solchem Boden gespielt haben“, so Wolfgang Schelhorn, der diesmal die Germania coachte.

Gegenüber führten die Probleme der Gäste in der Außenverteidigung noch zu drei Großchancen für Stadtilm. Aber weder Körner und Weber im Doppelpack (47.) noch Soer-Rexin (68.) und Ehrhardt (77.) brachten da den Ball über die Torlinie. Da Stadtilm aber generell in der Schlussviertelstunde stärker wurde, konnte man das Remis als gerechtfertigt bezeichnen. „Wir haben die Räume gut eng gemacht und nach vorn Nadelstiche verteilt“, bilanzierte der diesmal bei Stadtilm coachende Steven Hiersche. „Aber die eine oder andere Möglichkeit hätten wir besser nutzen müssen.“        Rab

Stadtilm: Schlundt – Schlieter, Linse, M. Döring, Bloss – Weber, Schubert, Körner (90.+1 J. Hoffmann), Kläre (65. Ehrhardt) – Soer-Rexin (79. Hartrumpf), R. Müller

Ilmenau: Kott – Muth, D. Döring, Hellmuth, Gerhardt – M. Amarell (75. Appenroth), Rinn, Finn, Walch (62. Tews) – Skotnicki (88. Schwald), Fernando

Wittler (Suhl) – 140 – 1:0 Soer-Rexin (8.), 1:1 Skotnicki (45.)

Ralf Brückner

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