SV Germania Ilmenau – SV 08 Thur. Struth/Helmershof  0:3 (0:2)

Das 0:3 ist ein eindeutiges Ergebnis. Geschuldet ist es nicht der Stärke des Gewinners, son­dern der Schwäche des Verlierers. Die Ilmenauer sind in der Lage, gute Leistungen zu erbrin­gen, wie sie es schon bewiesen haben. Dazu ist aber die volle Konzentration der gesamten Mannschaft erforderlich. Mit den Gedanken auf ein für die Spieler erfreu­liches Ereignis im Hinterkopf nach dem Spiel es zu beginnen, birgt mentale Gefahren in sich. Keiner von ihnen wird dem zustimmen. Die Spielweise während der Spieldauer ist der Beweis dafür.

Obwohl feldüberlegen, gegen einen, die zweite Halbzeit nur in der eigenen Hälfte stehenden Gegner, ermöglichten diesem durch katastrophale Abspiele und Abwehrfehler der Gastgeber die Verteidigung des vordem erzielten Vorsprungs und mit einem einzigen Angriff kurz vor dem Spielende das Tor zur endgültigen Entscheidung des Spieles.

Germania hatte genügend Möglichkeiten, den Rückstand auszugleichen. Die Mannschaft ver­gab aber selbst die todsichersten Chancen leichtfertig.

Zunächst begannen die Gäste das Spiel offensiv, mussten sich dann aber mehr der eigenen Abwehr widmen. Sie verlegten sich auf Konterangriffe. Für Germania ergab sich eine Mög­lich­keit durch einen Freistoß von Finn ausgeführt und von Metzmacher aufs Tor geköpft. Struths Torwart Rothamel konnte klären. Völlig überraschend gingen die Gäste in Führung. Ein Ilmenauer Fehlabspiel führte zu einem Gegenstoß über die linke Seite. Innen blieb Thor­warth unbewacht und traf freistehend aus 25 Metern an den rechten Innenpfosten, von wo der Ball zum 0:1 ins Tor sprang. Skotnicki hatte die Gelegenheit zum Ausgleich. Mohamad passte von der rechten Grundlinie auf ihn zurück. Er setzte aber den Ball aus Nahdistanz über die Querlatte. Schon im Gegenzug fiel das 0:2. Ausgangspunkt war ein unnötig verschul­deter Freistoß, der aus der Distanz in den Germania-Strafraum geschlagen wurde. Halbherzig abgewehrt, prallte der Ball zum freistehenden Huhn, der mit einem Heber in die linke Tor­ecke Keeper Kott keine Chance zur Abwehr ließ.

In der zweiten Halbzeit, nun mit Hellmuth für Skotnicki im Angriff, hielt Germania den Geg­ner in seiner Hälfte fest. Die Gäste verloren zunächst nicht die Übersicht. Als Mohamad im Strafraum von Rothamel zu Fall gebracht worden war, blieb der Pfiff des insgesamt gut am­tierenden Schiedsrichters Marko Linß aus. Es ergaben sich Gelegenheiten für Fernando, des­sen zwei Freistöße knapp neben dem Tor lagen und für Walch der aus spitzem Winkel am rechten Pfosten vorbeischoss. Rinn kam frei vor dem Torwart an den Ball und schoss ihn an. Metzmachers Kopfball lag knapp neben dem Tor und kurz vordem Abpfiff ging der gleiche nach Hechtflug an den rechten Pfosten. Ein weiteres Fehlab­spiel, das sich Schlechtweg erlief, führte zum einzigen Gegenangriff der Gäste nach der Pause. Dieser lief allein auf Kott zu und traf in die linke Torecke zum abschließenden 0:3.

Germanias Trainer Wieland Kühn musste sich erst fassen: „Wir wurden dreimal ausgekontert und dem gingen eigene Fehler voraus. Fehlabspiele führten zum ersten und dritten Tor, ein unnötiger Freistoß zum Zweiten. Meine Mannschaft lebte nicht und war nicht bei der Sache. Die vorhandenen hundertprozentigen Chancen wurden nicht genutzt. Es war für uns ein rabenschwarzer Tag.“

Germania:          Kott, Amarell, Döring, Metzmacher, Gerhardt, Fernando, Finn, Rinn, Walch, Skot­nicki (46. Hellmuth), Mohamad.

Thuringia:           Rothamel, Danz, Pfannstiel, Brenn (73. Hoffmann), Schlechtweg, Thorwarth, Eckhardt, Keßler (80. Weisheit), Huhn, Keller, Kratsch (90. Herrmann).

Schieri:                Marko Linß, Neustadt bei Coburg

Zuschauer:         50

Tore:                    0:1 Thorwarth (21.), 0:2 Huhn (39.), 0:3 Schlechtweg (81.).

 

John Schmidt

Keine Kommentare
Kategorien: Allgemein, Männer

0 Kommentare