Hainaer SV – SV Germania Ilmenau 1:2 (0:0)

Diese Binsenweisheit wollte nach dem Spiel Germania-Trainer Wieland Kühn nicht zur Kennt­nis neh­men. Er haderte mit der dargebotenen Leistung seiner Mannschaft. Diese hatte zwar 75 Prozent Spielanteile, war aber kaum einmal in der Lage, daraus Kapital zu schlagen und ihre Überlegenheit in Tore umzumünzen. „Einige meiner Spieler haben den Tabellenletzten unterschätzt und waren der Meinung, ihren Gegner im Schongang bezwingen zu können,“ so der Trainer.

Die Gastgeber hatten sich voll defensiv auf die Ilmenauer eingestellt, versammelten sich im und vor dem eigenen Strafraum und verengten so die Räume. Damit wusste die Gastmann­schaft lange Zeit nichts anzustellen, erlaubte sich viele Fehlabspiele und verzettelte sich im Mittelfeld. Ein Spiel über die Außenpositionen kam kaum einmal zustande, und wenn, fehlte der Zug nach vorn. So dauerte es bis zur 20. Minute, ehe es zu einer echten Torchance kam. Dabei leistete der Hainaer Torwart, der den von Toni Rinn geschossenen Ball noch prallen ließ, Vorschub. Diese Spielweise kam den Haus­herren entgegen, die ihrerseits konterten und die nicht immer sattelfeste Germania-Abwehr überlie­fen. So musste sowohl in der ersten Halbzeit als auch kurz vor dem Spielende Ilmenaus Torwart  Maxi­milian Kott Hals und Kragen riskieren, um Gegentreffer zu verhindern. Zunächst rettete er gegen den allein vor ihm auftauchenden Christian Fritsch mit dem Fuß, dann warf er sich in den Schuss von Tobias Hummel. Beide stießen zusammen, gingen zu Boden und die Hainaer forderten einen Straf­stoß. Doch der Referee ließ weiterspielen.

Bis zur Halbzeitpause blieben die Torgelegenheiten Mangelware. Rinn setzte aus Nahdistanz den Ball übers Hainaer Tor. Nach Eckball köpfte Toby Metzmacher knapp über die Querlatte. Als Marc Fernan­do vor dem eigenen Strafraum über den Ball stieg, kam Daniel Mai in dessen Besitz, schoss aber am Germania-Tor vorbei.

Nach Wiederbeginn bemühten sich die Gäste verstärkt um den Führungstreffer und hielten die Hai­naer in ihrer Hälfte fest. Ein von Fernando ausgeführte Freistoß wurde zu Maximilian Walch abge­fälscht. Der verfehlte das Tor. Marcus Finns Freistoß wurde zur Ecke abgelenkt. Eine doppelte Aus­wechs­lung bei Germania brachte größeren Schwung in das Angriffsspiel. Rinns scharfe flache Eingabe setzte Fernando zum 0:1 ins Tor. Postwendend kamen die Gast­geber zum Ausgleich. Fast von der Mit­tellinie wurde ein Freistoß in den Ilmenauer Strafraum geschlagen. Tobias Hummel stieg am höchs­ten und köpfte den Ball in den linken Torwinkel zum 1:1-Gleichstand. In der verbliebenen Zeit riskierten die Gäste noch einmal alles. Rinn drang in der Nachspielzeit in den Hainaer Strafraum ein und wurde von den Beinen geholt. Den fälligen Strafstoß verwandelte Fernando sicher zum 1:2.

Während die Gastgeber wegen des kurz vordem nicht gegebenen vermeintlichen Elfmeters mit dem Schiedsrichter haderten und sich die Ilmenauer über den in letzter Minute errun­ge­nen Sieg freuten, ging Wieland Kühn kritisch mit der Leistung seiner Schützlinge um. „Sie können es besser, als das heute Gezeigte. Erfreuliches Fazit sind die drei gewonnenen Punk­te.“

Hainaer SV:        Förtsch, Scheller, Fritsch, S. Mai, Hoffmann (74. Winter), Schmidt, D. Mai, An­sorg, Gundelwein, Hummel, A. Mai.

Germania:          Kott, Traue, Döring, Metzmacher, Gerhardt, Finn, Fernando, Rinn, Hellmuth (59.­ Mo­hamad), Skotnicki (87. Appenroth), Walch (59. Amarell).

Schieri:               Philipp Thomä, Dillstädt

Zuschauer:        95

Tore:                  0:1 Fernando (76.), 1:1 Hummel (78.), 1:2 Fernando (90. Foulstrafstoß).

 

John Schmidt

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