Germania Ilmenau – Blau-Weiß 90 Stadtilm 4:0

Das erste Kreisderby der Saison in der Fußball-Landesklasse gewann Gastgeber Germania klar, allerdings erst nach einer Steigerung in Halbzeit zwei. Welch ein kurioses Spiel! Dass eine Mannschaft, die nach 18 Minuten 3:0 hätte führen können, am Ende 0:4 verliert, erlebt man auch nicht alle Tage! „Tja, letztes Jahr hat das noch mehr Spaß gemacht! Wir wussten nach dem Aufstieg, dass so was passieren kann – aber wenn es dann so weit ist…“, meinte der frustrierter Sven Hartrumpf. Und Stadtilms Kapitän, diesmal mit Mittelfeld aufgeboten – kein schlechter Schachzug gegen Ilmenaus Duo Finn-Fernando – war, analysierte: „Wir müssen in Füh­rung gehen, und der Elfmeter zum 1:0 war aus meiner Sicht keiner!“ Diese Fassungslosig­keit über die unterirdische Stadtilmer Chancenverwertung hatte ihr Pendant bei Ilmenau, und zwar über die indiskutable Leistung vor der Pause. „Da sind wir überhaupt nicht ins Spiel gekommen“, meinte der am Ende dreifache Torschütze und überragende Spieler auf dem Platz, Marc Fernando. Kollege Marcus Finn ergänzte: „Da waren wir verunsichert und nervös.“ Die Germania wusste zwar von der Stärke ihres Gasts bei Standards, konnte sie aber zunächst nicht eindämmen. Gleich zu Beginn hatten Körner und Hartrumpf gute Kopfballchancen nach Eckstößen. Es folgte der erste „Riese“, als Torjäger Soer-Rexin frei stehend den Ball erhielt, ihn aber noch vertändelte. Der abgewehrte Ball kam zu Linse, doch der traf nur den Pfosten (13.). Ilmenaus Hintermannschaft beförderte viele geklärte Bälle sofort wieder zum Gegner. Zudem hatte der Gast zunächst Zweikampfvorteile, was Ilmenauer Fouls und sofort den nächsten gefährlichen Standard nach sich zog. Vorn war Ilmenau gut 20 Minuten lang eigentlich nur der „SV Fernando“. Der Torjäger legte sich immer wieder ins Zeug, doch seine Nebenleute verloren die ihnen zugepassten Bälle reihenweise. Als dann aber endlich mal Walch ein Solo auf rechts gelang und er scharf nach innen flankte, sprang der Ball dem leicht wegrutschenden Hoffmann im Strafraum an die Hand. Das musste man nicht zwingend ahnden – der Referee tat es trotzdem. Fernando vollstreckte den Strafstoß souverän zum 1:0 (30.), das den Spielverlauf auf den Kopf stellte. Erst drei Minuten später erarbeitete sich auch die Germania ihre erste Chance aus dem Spiel heraus, aber Rinn vergab Fernandos Vorarbeit. Kurz vor der Pause hätte Linse den Ausgleich erzielen müssen, als ihn die nächste hohe Stadtilmer Eingabe in den Strafraum frei erreichte – allerdings halbhoch, und so ging der Ball nach verunglücktem Kopfballversuch drüber (42.). Chancen, die nicht mehr wiederkom­men sollten! Denn die zweite Halbzeit gehörte der Germania, nicht zuletzt durch M. Amarells Einwechslung, der nun auf rechts endlich auch mal für druckvolles Flügelspiel sorgte. Stadtilm hatte nur noch eine echte Chance: Linses 20-m-Schuss, den Kott über die Latte lenk­te (55.). Ansonsten setzte sich der Gastgeber ins Stadtilms Hälfte fest, und ein Doppelschlag entschied die Partie: Nach Vorarbeit von Fernando wurde Rinn von Döring gelegt. Diesmal war der Strafstoßpfiff unstrittig, und wieder vollstreckte Fernando souverän, obwohl Stadt­ilms Keeper Schlundt diesmal in die richtige Ecke flog (61.). Eine Minute später segelte Finns Freistoß von halbrechts genau auf den langen Pfosten, wo Fernando einlief und den Ball sehr gekonnt ins lange Eck beförderte (62.). Fortan brachte der Aufsteiger nichts mehr zustande. Ilmenau dagegen hatte noch weitere Großchancen (Rinn/68., Fernando/70., Walch/78., Schwald/89.) und besorgte den Endstand per Konter, den Schwald elegant vollstreckte, als er den herauslaufenden Schlundt ausspielte und aus 25 m einschoss (87.). So endete das Derby mit einem erwarteten Heimsieg. Dass aber die Germania noch immer bei nur zwei Gegen­toren steht, hatte sie diesmal ausschließlich ihrem Gast zu verdanken. Der wiederum sollte nun genug Lehrgeld in der höheren Klasse bezahlt haben!.

Ilmenau: Kott – Traue, Metzmacher, Döring, Gerhardt – Werner (46. M. Amarell), Finn, Fernando (84. Schwald), Hellmuth (74. Mohamad) – Rinn, Walch

Stadtilm: Schlundt – Hoffmann, Döring, Bloss – Schlieter, Weber (83. P. Müller), Linse, Hartrumpf (83. J. Schiel), R. Müller – Körner (58. Schubert), Soer-Rexin

S. Läsker (Pößneck) – 112 – 1:0 Fernando (30./Handstrafstoß), 2:0 Fernando (61./Foulstrafstoß), 3:0 Fernando (62.), 4:0 Schwald (87.)

Ralf Brückner

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