Germania Ilmenau – Thuringia 08 Struth-Helmershof 4:0 (1:0)

Mit einer durchweg überzeugenden Leistung revanchierte sich Germania Ilmenau in der Fußball-Landesklasse Süd gegen Thuringia 08 Struth-Helmershof für das ärgerliche 1:3 aus der Hinrun­de. Ilmenau – Kompliment, Germania! Das war eines der besten Heimspiele der letzten Jahre. Der Gast, immerhin im Herbst wochenlang Tabellenführer und derzeit immer noch Zweiter, hatte überhaupt keine Chance. „Wir sind sehr gut vorbereitet. Jetzt zeigen wir, was wir uns im Winter erarbeitet haben“, erklärte der dreifache Torschütze Michael Jüngling hinterher mit dem Selbstbewusstsein von sechs Punkten und 10:0 Toren aus zwei Rückrundenpartien. Dass die Germania auf dem Hammergrund-Kunstrasen derart auftrumpfen konnte lag auch am Schiedsrichter. Toni Paull aus Hirschberg an der Saale (und nicht, wie wir in der Vorschau irrtümlicherweise annahmen, der Erfurter Hofmann), gehört offenbar zu jener (leider aussterbenden) Spezies von Referees, die Zweikämpfe noch danach beurteilen, was wirklich in den Regeln steht. Unerbittlich pfiff er sämtliche Unsauberkeiten ab, auch wenn das Spiel so in der ersten Halbzeit zeitweise nur noch aus einer Abfolge von Freistößen bestand. Aber letztlich dominierten dadurch die spielerischen Elemente immer stärker – und davon hatte Ilmenau ein Vielfaches mehr anzubieten als sein Gast.Während die Thuringia außer ein paar schnellen, aber von der aufmerksamen Germania-Abwehr meist abgefangenen Kontern nichts einfiel, inszenierte Ilmenau von Beginn an gut anzusehende Angriffe, lief dabei aber relativ häufig in die gegnerische Abseitsfalle. Eine erstklassige Kopfballchance nach Rechtsflanke vergab Pilz leider (6.), dann verpasste Fernando knapp eine kurze Eingabe von Jüngling (13.). Dreh- und Angelpunkt der Aktionen war Markus Finn, zudem machten auf den Außenbahnen Rinn und Pilz bzw. Fanev viel Betrieb. Das 1:0 fiel just in dem Moment, als sich Struth so langsam auf diese Spielweise eingestellt zu haben schien: Wieder nach einer Rechtsflanke hätte bereits Fernando abschließen müssen, sein abgeblockter Schuss kam aber zu Jüngling, der dann doch einnetzte (40.).

Abseitsfalle überlistet

Nach dem Wechsel gab es keinen Bruch im Germania-Spiel, im Gegenteil: Nun schien man auch das Rezept gefunden zu haben, wie die Thuringia-Abseitsfalle auszuspielen wäre: Steilpässe in die freien Räume, aber nicht zum vorn stehenden Stürmer. Dadurch stand zwar Fernando in der 52. Minute im passiven Abseits, aber eben nicht Torschütze Jüngling, der somit frei vor Gästetorwart Rothamel auftauchte und eiskalt vollstreckte. Gleiche Situation auch beim 3:0: Diesmal kam Rinn auf rechts aus dem Mittelfeld, wurde von Finn bedient und schlug eine Maß-Eingabe auf Torschütze Fernando (68.) – ein Traumtor! Beim 4:0 glänzte Jüngling nochmals: Diesmal gelang ihm ein herrlichen Doppelpass mit M. Amarell und ein ebenso sehenswerter Abschluss (88.).

Die Germania hatte noch einige weitere Chancen (Rinn/33., Fernando.), während gegenüber Torwart Kott nur hohe Eingaben wegfangen, aber kaum mal einen ernsthaften Torschuss parieren musste. „Meine Mannschaft hat sich selbst bewiesen, zu was sie fähig ist, wenn sie geschlossen und im Verbund auftritt“, war Trainer Wieland Kühn hochzufrieden.

Ilmenau: Kott  – Pilz, Döring, Dobrocki, Gerhardt (69. Milyanov)  – Rinn, Schlott, Finn (79. M. Amarell), Fanev (65. Walch) – Jüngling, Fernando

Struth-Helmershof: Rothamel – Happich, L. Kirchner, Pfannstiel (33. Chasseur) – Rei­chardt, Eckardt, Thorwarth (74. Danz), Keßler – R. Kirchner (74. Reich), Plötner, C. Häf­ner

Schiedsrichter: Paull (Hirschberg/Saale) –

Zuschauer: 100

Torfolge: 1:0 Jüngling (40.), 2:0 Jüngling (52.), 3:0 Fernando (68.), 4:0 Jüngling (88.)

Ralf Brückner

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