Germania Ilmenau – 1. Suhler SV 06 2:3 (2:2)

In der Fußball-Landesklasse Süd verlor Germania Ilmenau das Prestigeduell gegen den 1. Suhler SV 06 etwas unglücklich. Vor rund 100 Zuschauern, darunter viele aus Suhl, waren beide Mannschaften in etwa gleichwertig. Die Germania hatte zwar, bedingt durch den Spielverlauf, deutlich mehr Feldanteile. Aber die Partie zeigte auch, auf welch dünnem personellen Eis sich der Verein nach wie vor bewegt. „Wenn von den wenigen Korsettstangen, die wir in unserer Mannschaft haben, dann auch noch Fehler begangen werden, ist das halt nicht zu kompensieren“, meinte Trainer Wieland Kühn und bezog sich auf die Gegentore Nr. 2 (18.) und 3 (48.), denen recht krasse individuelle Patzer in der Defensive bzw. im Tor voraus gingen. Besonders tragisch war das beim 2:3, als Torwart Kott gegen den anstürmenden Suhler Angreifer Greiner zunächst großartig parierte, ihm dann aber die daraus entstehende Rechtseingabe quasi wieder vor die Füße klatschte.

Dieser aus Hinternah nach Suhl gekommene Robert Greiner machte an diesem Tag den Unterschied zwischen beiden Teams aus. Sicher war der von ihm herausgeholte Foulstrafstoß zum 0:1 (13.) umstritten, weil er sich hier eher bei Toby Metzmachers Fuß „einfädelte“ denn von diesem gefoult wurde. Aber wie Greiner generell die freien Räume suchte, meist mit geschicktem Kreuzen, und dort energisch die Bälle verarbeitete, das war schon sehenswert. So beim 1:2, als er sich auf rechts durchsetzte und das Leder in die völlig „blanke“ Ilmenauer Mitte zu Torschütze Wohlfahrt passte. Und auch vor dem 2:3, als er geschickt das von Dobrocki aufgehobene Abseits nutzte.

Vergleicht man dagegen, wie inkonsequent Ilmenaus junger bulgarischer Stürmer Milanow drei schöne Rechtseingaben von Fernando bzw. Jüngling (nicht!) verwertete, bestätigt sich Wieland Kühns Ansicht, dass auch das bulgarische Trio, ähnlich wie die Junioren im Kader, fußballerisch noch weiter ausgebildet werden müssen und damit wohl nicht als eben jene „Korsettstangen“ in Frage kommen, die der Verein dringend bedarf – im Winter womöglich noch dringender als jetzt.

Viel Druck, wenig Gefahr

Immerhin bereitete (der sonst aber zu wenig das Direktspiel suchende) Fanev mit einer schönen Linksflanke auf Fernando den 1:1-Ausgleich vor: Suhls Abwehrchef Arnold misslang in höchster Not die Kopfballabwehr, der Ball flog ins eigene Netz (15.). Sehenswert dann der zweite Ilmenauer Ausgleich: Eine Maßflanke von Schlott verwertete Fernando mit einem satten Linksschuss unter die Latte (45.+1) – mit Abstand die beste Aktion im ganzen Spiel. Damit machte Fernando seinen Fauxpas aus der 27. Minute wieder gut, als er ebenfalls eine Maß-Vorlage von Pilz über den Scheitel rutschen ließ.

Leider fing sich die Germania, ohne den gelb-gesperrten Rinn, gleich nach dem Wiederanpfiff das nächste Gegentor ein und war nun nicht mehr in der Lage, trotz fortgesetzten Anrennens ein drittes Mal auszugleichen. Trotz einiger Wechsel und Umstellungen – Döring ging ins Mittelfeld, Walch kam für Milanow – hielt sich die Torgefahr der Gastgeber in Grenzen: Nach einem Zusammenspiel mit Fernando konnte Jüngling nur auf die kurze Ecke schießen, sodass Suhls Torwart Richter parierte (57.). Dann hatte man auch noch Pech, als Richter Pilz’ Freistoß von der Strafraumgrenze zwar prallen lassen musste, das Leder aber von Walchs Körper ins Aus sprang (73.).

Suhl wirkte bei seinen Entlastungsangriffen beinahe gefährlicher; Greiner hätte fast auf 2:4 erhöht (69.). Als dann der Ex-Ilmenauer Mantlik auf Suhler Seite Gelb-Rot sah (75.) – ähnlich wie der Strafstoß eine überzogene Entscheidung des nicht überzeugenden Referees – wurde zwar der Ilmenauer Druck, aber nicht die Torgefahr größer. Viel Einsatz allein – einige Spieler mussten wegen Wadenkrämpfen behandelt werden – bringt halt noch nichts Zählbares. So nahmen die Suhler, bei denen der Ex-Ilmenauer L. Mosert wegen eines Fußball-Ausflugs nach München fehlte, nicht unverdient alle drei Punkte mit nach Hause.

Ilmenau: Kott  Pilz (90.+3 Terziew), Döring, Dobrocki, Gerhardt (82. M. Amarell) – Jüngling, Schlott, Metzmacher, Fanev – Fernando, Milanow (63. Walch)

Suhl: Richter – Stößel (79. Heisch), Arnold, Löser – Wank, Rienecker (73. Braun)  – Mantlik (75. Gelb-Rot), Müller, Kühnstein – Greiner (90.+2 Kaiser), Wohlfahrt

SR: Reichenbächer (Erfurt)

Z.: 100

Tore: 0:1 Kühnstein (13./Foulstrafstoß), 1:1 Arnold (15./Eigentor), 1:2 Wohlfahrt (18.), 2:2 Fernando (45.+1), 2:3 Greiner (48.)

19.11.2011  Ralf Brückner

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