SV Germania Ilmenau – FSV 06 Eintracht Hildburghausen 1:1 (0:0)

Die Ilmenauer Anhänger kehrten nach Spielende enttäuscht dem Hammergrundstadion den Rücken. Ihre Mannschaft hatte zwar einen Punkt gegen einen Gegner gewonnen, der spie­lerisch auch nicht übermächtig war, aber ihnen in taktischer Hinsicht einiges voraus hatte. Ilmenaus Trainer brachte es auf dem Spiel auf den Punkt: „Meiner Mannschaft fehlen in der entscheidenden Zone Spieler, die das Spiel lenken und gestalten.“ Der Wille zum Sieg und der erforderliche Einsatz waren den Ilmenauern nicht abzusprechen. Die Umsetzung hatte im taktischen Verhalten der Mannschaft ihre Grenzen. Da aus dem Mittelfeld heraus keine spielerischen Impulse kamen, versuchte man mit langen Pässen die Angreifer in Szene zu setzen und das gelang nur sporadisch. Man vermochte es nicht, den notwendigen Druck auf das gegnerische Tor aufzubauen und die erforderlichen Torgelegenheiten zu schaffen. Das Ilme­nauer Spiel war dem Zufall überlassen. Die frühzeitige Verletzung, die David Kirsten zum Aus­scheiden zwang, verschärfte die Situation. Die Gäste machten das besser. Sie besetzten verstärkt das Mittelfeld, hatten in Patrick Bolz einen Regisseur  und spielten schnell über die Außenpositionen. Sie scheiterten aber an ihrem eigenen Vermögen, die Chancen zu nutzen.

Der Spielbeginn war für die Gastgeber noch Erfolg versprechend. Den Kopfball von Marc Fernando nach schöner Flanke von Daniel Döring konnte Gäste-Keeper Björn Klemm mit Mühe abwehren und bei Fernandos Schuss neben das Tor, der nach Zuspiel von Markus Amarellfrei vor ihm auftauchte, hatte er das Glück auf seiner Seite. Zwei Freistöße von Kirsten und Marcus Finn brachten nichts ein. Danach kamen die Gäste zu Gelegenheiten, bei denen die Ilmenauer Abwehr nicht gut aussah. Zunächst verpasste Maximilian Kott eine Eingabe von rechts und Toni Rinn konnte die Situation bereinigen, dann schlenzte der frei stehende Sandro Eichhorn den Ball über das Germaniator. Schließlich wollte Martin Schlei­cher Kott überspielen, scheiterte aber am Ilmenauer Schlussmann. Unmittelbar nach Wie­derbeginn gingen die Gäste in Führung. Florian Gottwald reagierte nach einem Freistoß, der von der rechten Seite flach nach innen geschlagen wurde, am schnellsten und drückte den Ball in die kurze Torecke. Die Gastgeber brauchten lange, um auf den Rückstand zu rea­gieren. Die Hildburghäuser Mannschaft dominierte zunächst im mittleren Spielabschnitt weiter, kam aber nicht zu größeren Torgelegenheiten. Die Gastgeber waren gezwungen, sich auf Konterangriffe zu verlegen. Nach Foul an Amarell wurde der von Benjamin Pilz getretene Freistoß zur Ecke abgefälscht. Amarell drang von links in den Gäste-Strafraum ein. Sein Schuss wurde abgefälscht und sprang vom linken Pfosten zum 1:1-Ausgleich ins Tor. Die Gäste hatten danach durch Jens Kirchner und Tobias Holl zwei weitere Möglichkeiten, das Spiel für sich zu entscheiden. Sie vergaben sie. In der Nachspielzeit hatten sie das Glück auf ihrer Seite. Klemm konnte nach Ecke einen Kopfball von Pilz nur kurz abwehren und wurde von Phil Drews angeschossen. Fernandos Schuss ging neben das Tor. Die Entscheidungen des Schiedsrichters trafen nicht immer auf das Verständnis beider Seiten.

Ilmenaus Trainer war sehr kritisch: „Das Remis war für uns glücklich. Da das Mittelfeld schwach agierte, war es aus der Abwehr heraus schwer, nach vorn einen Ball an den Mann zu bringen. Deshalb blieben die Angriffsspitzen blass. Der Gegner wirkte hier spritziger. So eine Leistung reicht kaum für die Landesklasse. Einige meiner Spieler schätzen sich stärker ein, als sie wirklich sind.“

Germania: Kott, Kirsten (26. Pilz), Rinn, Schlott, Dobrocki, Gerhardt (76. Metzmacher), Döring, Finn, Werner (80. Drews), Fernando, Amarell.

Eintracht: Klemm, Neundorf, Hammerschmidt, Bolz, Wagenschwanz (65. Rottenbach), Eichhorn (86. Gleicke), Gottwald (86. Sell), Dötsch, Holl, Schleicher, Kirchner.

Schieri: Steffen Reichenbächer, Erfurt

Zuschauer: 90

Tore: 0:1 Gottwald (46.), 1:1 Amarell (70.)

27.8.2011  John Schmidt

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