Nach der 0:2-Heimniederlage gegen Eintracht Sondershausen am Mittwochabend ist Fußball-Verbandsligist Germania Ilmenau praktisch abgestiegen. Die Chancen auf den Klassenerhalt sind nur noch theoretischer Natur.

Geschichte wiederholt sich eben im Fußball so gut wie nie: Im Vorjahr hatte Germania Ilmenau am Vorabend des Himmelfahrtstages mit einem 3:3 beim SV 1925 Borsch den letzten Zweifel am Klassenerhalt beseitigt. Ein Jahr später ist nun zur gleichen Zeit der Abstieg nach einer 0:2-Niederlage zu Hause gegen den vorjährigen Meister Eintracht Sondershausen so gut wie besiegelt. Und was sich hier vielmehr wiederholte war die Art und Weise, wie man sich diese Niederlage gegen einen keineswegs überragenden Gast, dem fünf verletzte Stammspieler fehlten, einfing: Nach eigenem schwerfälligen Angriffsaufbau mit vielen Fehlern und nur wenigen echten Chancen sorgte ein katastrophaler individueller Patzer für das vorentscheidende Gegentor. Diesmal unterlief er dem eingewechselten Phil Drews, der eigentlich auf der rechten Außenbahn für mehr Druck nach vorn sorgen sollte, stattdessen aber einen bösen Fehlpass auf Sondershausens Stürmer Kollmann produzierte. Dessen Sturmlauf vermochten weder Kirsten noch Kott aufzuhalten (70.).

Kurz danach hatte Fernando Pech, als ein Schuss auf das vom Torwart verlassene Eintracht-Tor noch von der Linie geholt wurde. Schließlich erreichte auf der Gegenseite ein tödlicher Steilpass genau in die Lücke zwischen der Ilmenauer Innenverteidigung den dort lauernden Ludwig, der sehr geschickt zum 0:2 vollstreckte (75.).

Damit war die Partie gelaufen, denn anders als gegen Wismut Gera (1:2) fand die Mannschaft nun nicht mehr die Kraft, um sich spielerisch aufzubäumen: Bis zur Schlussminute kam keine Ilmenauer Chance mehr zustande. Erst dann hätte Fernando nach Mantliks Vorarbeit noch das 1:2 machen müssen, doch der Ball rollte am langen Pfosten vorbei, und gleich danach pfiff der Referee ab.

„Das war richtig schlimm. Wir haben so viele Fehler gemacht!“, war Trainer Wieland Kühn bitter enttäuscht und sprach von einem Rückschritt im Vergleich zur letzten Partie. Tatsächlich wirkte seine Mannschaft lange Zeit behäbig und langatmig im Spielaufbau und musste einen erheblichen Aufwand betreiben, um überhaupt mal in die Nähe des Sonderhausener Strafraumes zu kommen. Wenigstens wurde das eigene Tor gut abgeschirmt, und so passierte eine halbe Stunde lang vor beiden Gehäuse praktisch nichts.

Dann sorgte Mantlik mit einem Solo an der Strafraumgrenze und sattem Schuss für einen großen Paukenschlag, doch der junge Gästetorwart Sternadel kratzte den Ball aus dem oberen Winkel (30.). Auf der Gegenseite versemmelte Kollmann am langen Pfosten eine erstklassige Rechtsflanke (34.), und dann kam Ilmenaus beste Zeit, nochmals mit einem Mantlik-Solo (40.), einem gefährlichen Kopfball von Schlott (41.) und drei guten Steilspielen, bei denen aber Pech und Unvermögen einen Treffer verhinderten.

Nach dem Wechsel hatten die Ilmenauer zunächst Feldvorteile. Aber wieder reagierte Sternadel bei einer Mantlik-Chance nach Vorarbeit von Jüngling großartig (52.), und dann schoss Mantlik nach Anspiel von Fernando am Tor vorbei (54.). Vielleicht hätte eine Führung zu diesem Zeitpunkt die Ilmenauer noch einmal beflügelt. So aber wirkten die Angriffe nun immer verkrampfter, fehlerhafter und einfallsloser.

Das Gegentor war der Anfang vom Ende, und insgesamt war einmal mehr zu konstatieren, dass die fußballerische Qualität in der Mannschaft nicht ausreichte, um eben auch mal ein Spiel, dass nicht so optimal läuft wie vor Wochenfrist jenes gegen Weimar, dennoch herumzureißen. rab

Ilmenau: Kott – Heisch (46. Drews, 75. Werner), Kirsten, Dobrocki, Rinn – Schlott, Pilz – Fernando, Jüngling, Finn – Mantlik

Sondershausen: Sternadel – Kraft, Rasch, Piesche, Wattrodt – Rothe (72. Menke), Brack, Erdmann – Duft – Ludwig, Kollmann

Tore: 0:1 Kollmann (70.), 0:2 Ludwig (75.)

Schiedsrichter: Honnef (Gotha)

Zuschauer: 180

Ralf Brückner

1 Kommentar
Kategorien: Allgemein, Männer

1 Kommentar

  1. Es ist beschämend was in dieser Saison geboten wurde von allen nicht nur den Spielern!
    Zehn Jahre hatte es gedauert bis der Aufstieg 2006 perfekt war. In einen Jahr wurde alles zunichte gemacht! Danke!

    Wir waren voller Stolz auf diese Mannschaft. Aber was in dieser Saison abgelaufen ist kann man nicht in Worte fassen.

    Einige wird es Freuen von der älteren Generation „Endlich Derbys“ wurde sooft gehört. Es bleibt aber bei einen Derby, dank Martinroda diese Mannschaft verdient meine Hochachtung. Gratulation. Da sind Leute am Ruder die nicht nur Worte klopfen sondern auch Taten sprechen lassen.
    Es ist eine Schande! Tobias, Nico, Maryan , Andreas, Daniel ihr ward Gold wird.

    Hans Müller am 4. Juni 2011 um 18:07