In der Fußball-Verbandsliga hat Germania Ilmenau nach fünf Niederlagen in Folge endlich wieder einmal gewonnen.

Germania Ilmenau – SC 1903 Weimar  2:0 (0:0)

Noch vor Wochenfrist hatte Germania-Kapitän Toni Rinn fehlendes Glück beklagt. Diesmal war Fortuna gnädiger und legte die gegen Wismut Gera (1:2) vorenthaltene Portion Glück am Samstag noch mit oben drauf. Und so sehen die Ilmenauer nach diesem lang ersehnten Dreier doch wieder etwas Land im Abstiegskampf – obwohl der Gast in der ersten Halbzeit zwei hundertprozentige Chancen hatte, sie aber vergab: Schmidt scheiterte frei vor Kott am großartig reagierenden Ger­mania-Keeper (17.), Albrecht brachte eine Rechtseingabe von Oschmann nicht im Tor unter (32.). Und schon fünf Minuten nach der Führung war eigentlich das 1:1 fällig, als Kirsten im Strafraum von hinten gegen Albrecht attackieren musste (55.). Schiedsrichter Menzel pfiff aber nicht, obwohl der Weimarer Stürmer danach verletzt ausgewechselt werden musste (55.). Erst nach dem 2:0 (71.) zog etwas Sicherheit ein. Trotzdem war der Anschlusstreffer nach Winterkorns Freistoß, den Kott parierte, und der folgenden Situation, als Jüngling klärte (76.), möglich.Verdient hatten sich die Ilmenauer diesen Erfolg aber dennoch, denn sie wiesen im dritten Spiel unter Wieland Kühn eine weitere spielerische Steigerung nach. „Wir spielen wieder mehr miteinander, und so kommt dann auch wieder ein echtes Fußballspiel zustande“, bemerkte Dan Dobrocki, der eine starke Partie als Innenverteidiger ablieferte. Für Marcus Finn war wichtig: „Wir können wieder mehr Spritzigkeit in die Waagschale werfen.“ Der Offensivspieler hatte mal wieder ein herrliches Tor zur Führung erzielt: Nachdem sich Rinn und Pilz mit schönem Einsatz auf links durchgespielt hatten, wurde der Abschluss von Pilz zwar geblockt, aber der Ball kam zu Finn, der ihn aus 10 m diagonal ins obere lange Eck bugsierte – einer seiner „Absenker“, mit dem er auch schon gegen Altenburg getroffen hatte. „Solche Dinger liebe ich!“, meinte er. Trainer Wieland Kühn war indes bemüht, die Euphorie zu bremsen. „Wir haben die Grundordnung gehalten, und je besser man das umsetzt, um so leichter wird es. Von der Einstellung, vom Biss und vom Willen her war es ein gutes Spiel. Aber wir haben auch ganz viele einfache Fehler gemacht.“ Tatsächlich wirkte Weimar, mit nur zwei Ersatzspielern angereist, vor der Pause trotz verteilter Feldanteile wesentlich zielstrebiger und daher gefährlicher. Ilmenau musste neben den beiden schon erwähnten „Riesen“ noch weitere Großchancen überstehen (40., 45.) und hatte seinerseits im Spiel nach vorn große Probleme, gefährlich zum Abschluss zu kommen. An Alexander Mantlik zeigt sich die Ambivalenz des Ilmenauer Spiels derzeit vielleicht am deutlichsten: Einerseits rackerte er als Stoßstürmer unermüdlich, behauptete und verteilte viele Bälle und sorgte schließlich mit der wunderschönen Vorarbeit zum 2:0 für die Entscheidung. Aber dem waren halt auch zahlreiche unglückliche Aktionen voraus gegangen – zum Beispiel kurz nach Wiederanpfiff, als er erst dann auf den durchstartenden Jüngling abspielte, als der schon im Abseits war. Immerhin legte Mantlik nun schon zum zweiten Mal erfolgreich für Torschütze Fernando auf. „Zum Saisonende hin scheint unser Zusammenspiel endlich zu funktionieren“, bemerkte der tags zuvor 20 Jahre alt gewordene Torschütze zu Recht – hoffentlich ist nun dieses Zusammenspiel bald auch mal andersrum erfolgreich! Gelegenheit dazu gibt’s bereits am Mittwoch, dem Vorabend von Christi Himmelfahrt, ab 18.30 Uhr im nächsten Heimspiel gegen Eintracht Sondershausen. Abermals ist hier für Ilmenau ein Sieg Pflicht.

Ilmenau: Kott – Heisch (72. Drews), Kirsten, Dobrocki, Rinn – Schlott (87. Wank), Pilz (87.  Wank)   – Fernando, Jüngling, Finn – Mantlik

Weimar: Schmitt – Ahlgrimm (46. Broemsser), Eberhardt, Buschmann, St. Zeißmann –          Schmidt, Barich – Romstedt, Winterkorn, Oschmann – Albrecht (58. Lange)

Schieri: Menzel (Gompertshausen)

Zuschauer: 100

Tore: 1:0 Finn (50.), 2:0 Fernando (71.)

Ralf Brückner

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