Fußball-Verbandsligist Germania Ilmenau konnte am Samstag seine Anhänger im Hammergrund endlich wieder einmal überzeugen.

Germania Ilmenau – Motor Altenburg 4:1

Ilmenau – So etwas umschreibt man im Fußball gewöhnlich mit der Floskel „Endlich ist der Knoten geplatzt“. In diesem – angesichts der übrigen Ergebnisse – hochwichtigen Heimspiel bekam die Germania die Rückrunden-Kurve zu mehr spielerischer Qualität und endlich auch zu ausreichend Toren. Und es war offensichtlich, dass das – nicht allein, aber doch in erster Linie – an einigen taktischen Volltreffern in der Aufstellung lag: Mantlik wurde ganz vorn in der Spitze zu einem wichtigen Ballempfänger und -verarbeiter, bereitete so auch das schnelle Ausgleichstor vor. Dobrocki zusammen mit Benkenstein als Doppel-Sechs – „das ist genau richtig für mich, da kann ich mehr nach vorn machen“, meinte der sonst eher wortkarge Ur-Ilmenauer nach der Partie. Am deutlichsten passte diese neue Formation aber zu Michael Jüngling. Der wirbelte im zentralen offensiven Mittelfeld wie ein Windhund, den man endlich aus seinem Linke-Außenbahn-Käfig frei gelassen hatte. Dass ihm drei Minuten nach dem 0:1 auch noch das 1:1 gelang, per halbem Seitfallzieher ins lange Eck beim zweiten Schussversuch nach Mantliks sehr schönem Abpraller (21.), beflügelte ihn nur noch mehr. Nicht neu, aber unbedingt zu erwähnen ist das Innenverteidiger-Duo Kirsten/Alexy. Man darf ja nicht vergessen, dass beide zu Saisonbeginn in der Kaderplanung eigentlich gar nicht vorhanden waren.

Der Marc trifft wieder!
Und dann natürlich das „Erweckungserlebnis“ schlechthin dieser Partie: Der Marc trifft wieder! Zwei Fernando-Tore entschieden das Spiel endgültig. Seine Einwechslung kam überraschend, denn Mantlik hatte vorn alles andere als enttäuscht, aber Trainer Mosert wusste: „Marcs Schnelligkeit war in dieser Phase der entscheidende Trumpf.“ Gegen die ohnehin nicht sattelfest wirkende Altenburger Viererkette wurden die Steilpässe auf den Stürmer „tödlich“. Beim ersten Mal war der Winkel noch etwas spitz, und Gästetorwart Teichmann klärte (57.). Aber beim zweiten Mal spielte Fernando ihn einfach aus und schoss zum 3:1 ein (70.). Und wenn es einmal klappt … „Adrian Schlott spielt mir den Ball kurz zu, und ich ziehe halt einfach aus der Drehung ab!“, beschrieb er dann das vierte Tor (89.), das nun wirklich ein Fernando-Treffer im Original war.
Fairerweise muss man sagen: Altenburg war ein dankbarer Gegner für so ein Frühlingserwachen. Man merkte den Skatstädtern an, dass sie jenseits von Gut und Böse stehen. Spielerisch wussten sie zunächst durchaus zu gefallen – etwa wie sie bei ihrem Führungstor die Ilmenauer Abseitsfalle überlisteten (18.). Aber da waren längst nicht jener Zweikampfbiss, jenes Auf -den-Füßen-stehen wie vor zwei Wochen bei den abstiegsbedrohten Zeulenrodaern. Vor allem aber verpasste es die Motor-Elf, in entscheidenden Phasen ihre Chancen zu nutzen. Kroeber köpfte frei stehend über das Tor (3.), dann musste Kott einen Scharfschuss von Reichel entschärfen (30.), beim Eckstoß danach ging ein Kopfball an den Innenpfosten. Nach dem Wechsel vergaben Eichelkraut (60., Kott hält) und Daniel (62.) fast schon kläglich.

Finns „Tor des Monats“
Es waren diese Szenen, die Trainer Mosert hinterher einschränken ließen: „Wir haben trotzdem zu viele Fehler gemacht, wir haben uns noch nicht voll von den Unsicherheiten befreit. Aber wie es nach dem 2:1 bei uns gerollt ist – da sieht man, was eigentlich möglich ist bei uns.“
Und dieses 2:1, das würde bestimmt zum „Tor des Monats“ gewählt, so es denn das in dieser Liga gäbe: Marcus Finn zog am linken Strafraumeck ab, der Ball senkte sich hinter Teichmann genau ins lange Toreck (48.). Ein Traumtor, das die Fesseln löste: Benkenstein (50.), Rinn (53.) und Fernando (57.) standen, alle nach tollen Steilanspielen, frei vor dem Altenburger Kasten, vergaben aber – was eigentlich auch zu kritisieren wäre. Aber die Freude über die drei Punkte und eine sehenswerte Partie überwogen natürlich.

Ralf Brückner

Ilmenau: Kott – Pilz (55. Fernando), Kirsten, Alexy, Drews – Benkenstein, Dobrocki – Rinn (85. Schlott), Jüngling, Finn – Mantlik (65. Heisch)

Altenburg: Teichmann – Munzert (71. Meier), Enders, Wuttke (55. Kratzsch), Müller – Weisse – Wegner (57. Daniel), Weisse, Kroeber – Eichelkraut, Reichel

Köhler (Tanna) – 200 – 0:1 Eichelkraut (18.), 1:1 Jüngling (21.), 2:1 Finn (48.), 3:1 Fernando (70.), 4:1 Fernando (89.)

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